Darf’s zum Christstollen etwas Bier sein?

Dass zu den kulinarischen Weihnachtsgenüssen nicht nur Marzipan und Zimt gehören, zeigt eine Sauerländer Privatbrauerei mit dem „Iserlohner Winter“.

Weihnachten – das heißt Christstollen, Marzipan und Glühwein. Zumindest was die kulinarischen Genüsse angeht. Oder doch nicht? In der Privatbrauerei Iserlohn wird ein Winterbier gebraut, das von innen wärmen soll. Wir öffnen die Tür zur Brauerei und schauen dort hinter die Kulissen.

Schon von weitem ist der Lichter-Tannenbaum auf der großen Brauerei zu sehen. Doch abgesehen von ein paar leuchtenden Sternen und einem großen Tannenbaum ist in der Brauerei keine wirkliche Weihnachtsstimmung. Hier läuft „business as usual“, das normale Geschäft eben. Der „Iserlohner Winter“ ist längst gebraut und auf dem Weg zum Verbraucher. „Wir starten schon Anfang Oktober mit der Produktion“, berichtet Marketingleiter der Brauerei, Frank Müller.

Zum zehnten Mal bietet die Privatbrauerei das Winterbier an. Wer jedoch vermutet, dass der Gerstensaft mit Zimt, Nelke oder Vanille versetzt ist, liegt falsch, betont Müller: „Das Bier ist streng nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Im Vergleich zum Pils ist das Weihnachtsbier lediglich ein recht dunkles Bier und dadurch lieblicher und süffig.“ Nicht zu vergessen: Neben Wasser, Hopfen, Karamell- und Rostmalz ist auch der Alkohol als Träger für den Geschmack verantwortlich. Und davon ist in dem „Iserlohner Winter“ viel enthalten: ganze 5,9 Prozent. „Das Mehr an Alkohol wärmt eben von innen. So ist das Winterbier eine echte Alternative zum Glühwein“, ist sich Frank Müller sicher.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Winterbieren

Erfunden wurde das Winterbier, um dem Kunden etwas Neues, Saisonales zu bieten. „Wie man sich stets auf seinen Stollen gefreut hat, so freuen sich die Leute jetzt auf ihr Winterbier“, hofft der Marketingleiter. Immerhin produziert die Brauerei 20 000 Kästen – und die halten auch nur für eine Saison. „Wir vertreiben unsere Produkte hauptsächlich in Iserlohn, aber das Winterbier hat ein größeres Einzugsgebiet. Es wird in ganz NRW an bestimmte Lokale verteilt“, erklärt Müller.

Vor zehn Jahren war die Brauerei in Iserlohn eine der ersten im Land, die ein Winterbier an den Mann (gelegentlich auch an die Frau) brachte. Mittlerweile sind unter anderem der Soester und Lippstädter „Winterbock“, Düsseldorfer Weihnachtsbier oder die Herforder Weihnacht auf dem Markt. „Es gibt jetzt eine Vielzahl von Winterbieren“, bestätigt Frank Müller. „Dadurch werden die Stücke des Verbraucherkuchens natürlich kleiner.“ Nichts desto Trotz ist der „Iserlohner Winter“ bis Januar oder Februar, eben „bis es weg ist“ erhältlich.

Und trinkt Marketingleiter Frank Müller nach zehn Jahren das Winterbier zum Gebäck? „Nee, zum Christstollen würde ich das jetzt auch nicht trinken – dazu gehört ganz einfach eine Tasse Kaffee“, lacht er.

 
 

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