Buchautor verrät die feinsten Ecken im Revier

Martin Tochtrop
Dass das Revier längst nicht mehr nur grau ist, zeigt Stefan Laurin in seinem Buch. Foto: WAZ FotoPool
Dass das Revier längst nicht mehr nur grau ist, zeigt Stefan Laurin in seinem Buch. Foto: WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Ruhrgebiet. Wohnen wie Gott in Frankreich geht auch im Revier, behauptet der Journalist Stefan Laurin in seinem Buch. Er hat zusammengetragen, wo es sich an Ruhr und Emscher am besten aushalten lässt – egal, wie dick das Portemonnaie ist.

Wohnen wie Gott in Frankreich geht auch im Revier. Wenn man sich’s leisten kann. Schöne, heile Welt für die etwas Betuchteren un­ter den Ruhris. Der Journalist Stefan Laurin hat zusammengetragen, wo es sich an Ruhr und Emscher am besten aushalten lässt und wo man sich die Welt nicht schönkiffen muss, wie von behutsamen El­tern heranwachsender Kinder mancherorts befürchtet.

In Dortmund-Kirchhörde und -Lücklemberg sei die Welt noch in Ordnung, schreibt Laurin. Wobei der Autor auch selbst die These eines Maklers für gewagt hält, dort gebe es „kein Hasch an Schulen“. Was wiederum die Behauptung zu­lassen würde, im Dortmunder Norden, dem Arbeiterviertel, würde Cannabis quasi im Schulgarten angebaut. Messgrad für die heile Lücklemberger Welt sind für Laurin die größeren Autos auf der Straße, die großzügigeren Häuser mit 200 Quadratmetern Wohnfläche und der nicht seltene Swimmingpool im Garten.

Unter 400 000 Euro ist derartiger Komfort natürlich nicht zu haben. Abgesehen davon, dass vor solch ein Haus das besagte größere Auto gehört und ebenfalls finanziert werden muss. Also doch besser mieten? Bei Preisen von 6,60 pro Quadratmeter kommt es wesentlich auf die Größe des Objektes an. Die 80 Quadratmeter-Wohnung ist halbwegs erschwinglich, das angesprochene Haus mit Pool liegt bei 1300 Euro kalt – und wer will schon in ei­nem kalten Pool schwimmen?

Schöne Wohnungen für 4,50 Euro pro Quadratmeter

Der Immobilienkompass Ruhr 2011 gibt einen Überblick über die wirklich feinen Wohngegenden, zeigt dem Ortsunkundigen, dass Duisburg nicht nur Marxloh, sondern auch Baerl sein kann, Essen nicht nur Karnap, sondern auch Bredeney.

Und dass es sich sogar im geschundenen Gelsenkirchen bequem aushalten lässt, wenn man sich in den Siedlungen Flöz Dickebank oder Schüngelberg niederlässt. Sogar zu erschwinglichen Preisen von 4,50 Euro Quadratmeter-Miete oder 1740 Euro für einen Quadratmeter eines gekauften Hauses.

„Marl kann auch schön sein“

Dass es in Hattingen schön ist und in Haltern, in Kettwig und Herdecke ist nichts Neues. Laurin gibt aber auch Tipps, wo man gut und günstig wohnen kann, wenn man beispielsweise – noch – nicht ganz so flüssig ist, weil man – noch – studiert.

Und er gibt Erkenntnisse preis, die den einen oder anderen Ureinwohner des nördlichen Ruhrgebietes unter Um­ständen befremden könnten: „Marl kann auch schön sein.“

Wo genau? Das lesen Sie in: Stefan Laurin, Immobilienkompass Ruhr 2011, Die besten Wohnlagen des Ruhrgebiets, Klartext-Verlag, 13,95 Euro.