„Brandschutz wird heute ernster genommen“

Wuppertal.  Der Flughafenbrand von 1996 war eine Katastrophe, „die vieles verändert hat“, sagt Wolfram Klingsch. „Brandschutz wird seitdem ernster genommen“, weiß der Professor für Baustofftechnologie und Brandschutz. Er hat das neue Brandschutzkonzeptes für den Düsseldorfer Flughafen entwickelt. „Die Qualität des Brandschutzes ist heute eine ganz andere“, sagt der Experte.

Bessere Entrauchung der Rettungswege, PVC-Ummantelungen, die damals giftige Dioxine freisetzten, sind durch raucharme Kabelummantelungen ersetzt worden, die Bau- und Isolierstoffe sind nicht brennbar, und die Einrichtungen bestehen aus schwer entflammbaren Materialien, die Kabelschächte und Zwischendecken werden von Rauchmeldern überwacht. Und die Fahrstühle sind mittlerweile so programmiert, dass sie nicht mehr auf den Etagen halten, auf denen Alarm ausgelöst worden ist. „Eine Kombination aus vielen Bereichen“ habe den Schutz vor allem dort verbessert, wo sich viele ortsunkundige Menschen aufhalten, sagt der Professor.

Auch bei der Kontrolle der Vorgaben sieht Klingsch große Fortschritte. Selbst wenn die Feuerwehren – bedingt durch Personalmangel – nicht immer alle Prüftermine pünktlich wahrnehmen könnten, kontrollierten schließlich zusätzliche Technische Sachverständige die Brandschutzanlagen. Und dank der stetig besser werdenden Mess- und Nachweisverfahren seien diese Prüfungen eine echte „Qualitätssicherung“.

Eine Ausrede für bauliche Verzögerungen – wie etwa beim Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 – aber sind die verschärften Brandschutzkonzepte nach Klingschs Einschätzung nicht. „Ja“, sagt er, „Brandschutz kostet Geld. Aber alle anderen Bereiche eines Bauvorhabens tun das auch.“

 
 

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