Bischöfe bekommen Dienstwagen, Wohnung und 8000 Euro brutto

Der neue Papst hat eine Debatte zur Bescheidenheit in der Kirche angestoßen. Bischöfe verdienen rund 8000 Euro brutto plus Wohnung und Dienstwagen.
Der neue Papst hat eine Debatte zur Bescheidenheit in der Kirche angestoßen. Bischöfe verdienen rund 8000 Euro brutto plus Wohnung und Dienstwagen.
Foto: dpa
Die katholische Kirche macht häufig ein Geheimnis aus der Entlohnung der Bischöfe. Im Prinzip ist aber bekannt, wie viel sie jeden Monat bekommen. Bischöfe verdienen in den Besoldungsgruppen B6 bis B10. Von Fall zu Fall kommen Zulagen hinzu, Dienstwagen und -wohnung. Das Gehalt zahlt der Staat.

Essen. Im Februar 2012 stellt der Linken-Abgeordnete Ralf Michalowsky im Landtag eine Anfrage, die fällt mühelos in die Abteilung „Alles, was Sie schon immer wissen wollten ...“ Über das Geld der Kirchen in NRW in diesem Fall, 211 Fragen von unterschiedlichstem Gewicht: Nach dem Grundbesitz fragt der Gladbecker ebenso wie nach den Kosten, die an Amtsgerichten durch Austritte entstehen.

Dann kommt die Wahl. Die Linke verlässt den Landtag. Die Anfrage bleibt unerledigt. So wie am Dienstag die Anfrage dieser Zeitung bei einzelnen Bistümern, wie es aussieht mit den Einkünften eines Bischofs. Ist da noch Luft für Armut?

Losgelöst von Einzelnen wie Franz-Josef Overbeck (Essen), Joachim Kardinal Meisner (Köln) oder Felix Genn (Münster) weiß die Öffentlichkeit im Prinzip, was ein Bischof verdient. Die „Forschungsgruppe Weltanschauungen“ unter Verantwortung des Kirchenkritikers Carsten Frerk nennt für Bischöfe die Besoldungsstufe B6 (gut 8000 Euro brutto) und für Erzbischöfe B10 (gut 11 000 Euro). Plus Dienstwagen, Fahrer und Dienstwohnung, deren geldwerter Vorteil zu versteuern ist. „Ihr Monatseinkommen liegt inkl. Zulagen und geldwertem Vorteil bei ca. 10.000 bis 12.500 Euro.“

Ein Viertel von Deutschland gehörte der Kirche

Das bezahlt der Staat: in NRW 2012 insgesamt 31 Mio Euro für das leitende Personal aller Bischofskirchen. Das gilt als Entschädigung dafür, dass im Jahr 1803 fast alle geistlichen Fürstentümer aufgelöst wurden, Klöster und Residenzen enteignet. Der Kirche gehörte bis dahin etwa ein Viertel Deutschlands. Heute halten Kritiker diese Entschädigung für etwas überholt. Ein Antrag im Bundestag liegt vor. Bei einer ersten Beratung sollen CDU-Abgeordnete ihre Reden nicht gehalten, sondern nur zu Protokoll gegeben haben – angeblich mussten sie zur Messe.

 
 

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