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Ausschuss soll Finanz-Skandal um NRW-Landesarchiv in Duisburg untersuchen

Ausschuss soll Skandal um Landesarchiv beleuchten

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Foto: WAZ FotoPool
Der Finanzskandal um den Neubau des Landesarchivs in Duisburg soll in einem Untersuchungsausschuss durchleuchtet werden. Das Thema: mehrere millionenschwere Immobiliengeschäfte des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebes.

Duisburg/Düsseldorf. 

Der Finanzskandal um den Neubau des Landesarchivs in Duisburg soll in einem Untersuchungsausschuss durchleuchtet werden. Wie ein Sprecher der SPD-Landtagsfraktion der WAZ-Medien-Gruppe bestätigte, wird ein entsprechender Antrag geprüft. In dem Ausschuss soll es um mehrere millionenschwere Immobiliengeschäfte des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebes gehen.

Im Zentrum des Skandals rund um den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW stehen zwei Personen: Johannes G. und Ferdinand Tiggemann. Vor allem erster ist auffällig. Johannes G. sitzt derzeit in der Kölner Justizvollzugsanstalt eine 18-monatige Freiheitsstrafe ab. Er ist mehrfach vorbestraft. Gleichzeitig sagen ihm Vertraute einen großspurigen Lebensstil nach – wenn er mal in Freiheit ist. Eine ehemalige Geschäftspartnerin berichtet von 5-Sterne-Hotels und häufig wechselnden jungen Frauen, die den fast 80-Jährigen immer wieder umgeben.

Johannes G. ist kein Unbekannter

Immer wieder hat Johannes G. es geschafft, andere für seine Interessen einzuspannen. In Duisburg trat etwa Graf M. für den alten Mann auf, wie dessen Geschäftspartner von Kölbl Kruse bestätigten. In Bonn setzte Johannes G. eine renommierte Ärztin als Spannfrau ein. Als es hier später zum Prozess kam, sagte Johannes G., er habe seine Insidertipps, mit denen er sich in die Deals des BLB einklinkte, von dessen Chef Ferdinand Tiggemann bekommen.

Der Verdachtsfall Duisburg: Die Essener Firma Kölbl Kruse schnappt dem Land eine denkmalgeschützte Speicherimmobilie am Innenhafen weg, auf dem die Düsseldorfer Regierung unbedingt das Landesarchiv bauen möchte. Die Firma verkauft die Immobile später dem Land zu einem Vielfachen des Einkaufspreises. Wahrscheinlich ist ein Schaden von 25 Millionen Euro entstanden.