Anklage wegen misslungener Beschneidung

Bochum.  Nach mehreren islamischen Beschneidungen hat die Bochumer Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 32-jährigen Arzt aus Bochum erhoben. Ihm wird fahrlässige Körperverletzung in drei Fällen vorgeworfen. Wie das Amtsgericht gestern auf Anfrage mitteilte, soll der aus dem Nahen Osten stammende Arzt in seiner Privatpraxis mehrere Jungen im Kleinkindalter beschnitten haben. Dabei sei es zu medizischen Komplikationen gekommen, die auf die Fahrlässigkeit des Arztes zurückzuführen seien, meint die Anklagebehörde. Noch gibt es keinen Prozesstermin.

Über religiös motivierte Beschneidungen gab es in Deutschland hitzige Debatten, gesellschaftlich und kulturell. Gegner halten den Brauch für Kindesmisshandlung. Verfechter argumentieren unter anderem mit religiöser Tradition und dem großen sozialen Konsens in den entsprechenden Glaubensgemeinschaften.

Ein Fall in Köln hatte dazu geführt, dass der Gesetzgeber im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1631d BGB) ei­ne Regelung zum Beschneiden von Jungen getroffen hat. Demnach sind sie erlaubt, wenn sie dem „Kindeswohl“ nicht entgehenstehen und medizinisch einwandfrei nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden. Genau in diesem Punkt soll sich der Arzt aus Bochum strafbar gemacht haben, meint die Staatsanwaltschaft.

 
 

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