Airbus A321 rollt über Landebahn hinaus

Foto: PRINTZ.NET

Dortmund. Chaotische Zustände am Freitag auf dem Dortmunder Flughafen. Über sieben Stunden ging nichts mehr am Airport, nachdem ein Airbus A321 kurz nach 10 Uhr über die Landebahn hinausgerollt war. Die 168 Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Mittlerweile ist der Flughafen wieder in Betrieb.

„Wir sind erst ganz normal gelandet”, erinnert sich Anita Stabenau aus Menden an die Schrecksekunden. Von Monastir (Tunesien) war die Maschine über Berlin-Schönefeld nach Dortmund gekommen. Von hier sollte es zurück nach Tunesien gehen. Der Pilot der tunesischen Chartergesellschaft „Nouvel Air”, „der vielleicht auch etwas spät gebremst hat, hat dann urplötzlich ganz mächtig in die Eisen getreten”, so ihr Ehemann Jürgen. Es habe laut gequietscht und nach Gummi gestunken. In der Maschine selbst sei keine Panik ausgebrochen, keine Schreie. Alle hätten sich ruhig verhalten. Einige Zeit habe man in der Maschine warten müssen, dann habe man sie ganz normal, ohne Hektik, über die Gangway verlassen können.

„Der Airbus ist rund 15 Meter über die Landebahn hinausgerollt. Das Bugrad blieb im Gras stecken”, erklärte Martin Liebig, Sprecher der Feuerwehr, für die es ein unspektakulärer Einsatz gewesen sei. „Der Pilot hat direkt an den Tower gemeldet, dass niemand verletzt wurde”, so Liebig. Auch sei bei der Landung kein Feuer ausgebrochen. „Nach dem Unfall wurde der Flughafen Dortmund für sämtliche Starts und Landungen gesperrt”, erklärte Marc Schulte, Sprecher des Flughafens.

Und das zum Auftakt der Ferien. Allein am Freitag wollten die meisten der 10 000 Fluggäste von Dortmund aus in den Urlaub starten. Sie wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. „Keine Lautsprecherdurchsagen, kein Krisenmanagement, keine verbindlichen Auskünfte”, ist Gunnar Ramsfjell stinksauer.

Stunde um Stunde musste der Dortmunder, der mit seiner Frau nach München fliegen wollte, im Terminal ausharren. Oft erreichten Informationen die Fluggäste nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda. „Fragt man an der Information, bekommt man die Auskunft, fragt man am Check-In-Schalter, bekommt man eine andere”, so der Architekt. Während das Flughafenpersonal bemüht ist, das Chaos in den Griff zu bekommen, ist man auf dem Flugfeld beschäftigt, nehmen Experten der „Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchungen” die Maschine unter die Lupe.

„Sie müssen jedes Gepäckstück wiegen”, so Andreas Weber von der Pressestelle des Flughafens. Denn es werde auf der Suche nach der Ursache auch kontrolliert, ob die Maschine für den Dortmunder Flughafen zu schwer war. 75 Tonnen sind erlaubt. Insgesamt sollten 82 Maschinen am Freitag von Dortmund aus starten, 29 konnten bis zum Unfall abheben. Tausende Passagiere mussten warten. Viele wurden am Nachmittag dann mit Bussen zu Flughäfen in Münster, Paderborn oder auch Köln gefahren, um von dort aus die Urlaubsreise an zutreten.

Noch am frühen Abend untersuchten die Expertzen aus Braunschweig die Unglücksmaschine, ehe sie mit schwerem Gerät vom Rasen gezogen wurde. Mittlerweile ist der Flughafen wieder in Betrieb.

 
 

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