Rewe in NRW: Kundin entdeckt mysteriöses Schild –„Seid ihr von allen guten Geistern verlassen?“

Bei Rewe hing ein Schild, das für Wut sorgte. (Archivbild)
Bei Rewe hing ein Schild, das für Wut sorgte. (Archivbild)
Foto: imago images / Sven Simon / imagebroker (Montage: DER WESTEN)

Was soll DAS denn? Das denken sich wohl viele Rewe-Kunden, wenn sie dieses mysteriöse Schild zum ersten Mal sehen. So auch eine Frau, die Rewe im Netz zur Rede stellt.

In Erkelenz in NRW wurde an einem Rewe-Markt ein Schild angebracht, das aktuell viral geht. Darauf steht: „Reden im Supermarkt verboten! Um keine Aerosole zu verbreiten, ist sprechen in diesem Supermarkt nicht mehr erlaubt!“

Die Rewe-Kundin ist außer sich vor Wut. Sie schreibt auf Facebook: „Ist das eure Filiale, die das Reden im Markt verbietet? Wegen der Aerosole? Und wenn ja: Seid ihr von allen guten Geistern verlassen?“

So sah das Rewe-Schild aus:

Beim Sprechen stoßen wir Aerosole aus. Eine gute Möglichkeit für das Coronavirus den nächsten Wirt zu befallen und sich weiter auszubreiten. Deswegen tragen wir seit Ende April Masken, um es etwas zu reduzieren.

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Das ist Rewe:

  • Rewe wurde 1927 in Köln gegründet
  • Damals schlossen sich 17 Einkaufsgenossenschaften zusammen
  • Der Name leitet sich von „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften" ab
  • Es gibt rund 3.300 Rewe-Filialen (Stand 2020)

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Doch was steckt dahinter? Rewe klärt auf: „Dieses Plakat wurde für den Videodreh eines privaten TV-Senders angebracht und direkt im Anschluss wieder entfernt. Der Inhalt hatte keinen realen Bezug zu unseren Märkten.“

Das sagt RTL zu dem Plakat

Das bestätigt auch RTL. Der Sender hat vor dem Markt in Erkelenz für eine „Explosiv“-Ausgabe gedreht. „Thematischer Aufhänger war das in Mallorca diskutierte Redeverbot in Bussen und Bahnen. Diese Idee und vor allem die Reaktionen darauf wollten wir in einem Supermarkt einmal testen“, erklärt RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer.

Eine RTL-Moderatorin tarnte sich dazu als Rewe-Mitarbeiterin und machte Kunden auf das Sprech-Verbot aufmerksam.

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„Die Leitung des Supermarkts war zu jeder Zeit eingebunden und wir haben die Kunden hinterher auch darüber informiert, dass dieses Redeverbot im Supermarkt nicht ernst gemeint war.“ Man habe im Beitrag ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um ein Experiment handele. Nach dem Test wurde das Plakat wieder abgenommen.

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Wer das RTL-Experiment nun im TV sehen möchte, schaut leider in die Röhre: Weil der Beitrag unlizenziertes Material von Protesten aus Mallorca enthielt, entfernte der Sender ihn aus der „Explosiv“-Folge vom 14. Januar aus dem Streamingdienst TV Now. (ldi/vh)

 
 

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