Zum Genießen in den Keller gehen – Stein’s in Bochum

Lars von der Gönna
Foto: imago stock&people
Was die Deutschen „Ratskeller“ nennen, umgibt eine seltsame Aura. Vorzeige-Gastronomie aus alten Zeiten einerseits („Donnerwetter, die feiern im Ratskeller!“), andererseits ein gewisser räumlicher wie kulinarischer Biedersinn. Wir haben getestet: Stein’s in Bochum.

Bochum. In Städten wie Recklinghausen hat man den Image-Wechsel zur zeitgemäßen Einkehr gut bewältigt. Auch in Bochum stehen die Zeichen neuerdings nicht schlecht. Dort versucht das „Stein’s im Ratskeller“ den Spagat. Richtig historisch ist es unter der Erde: schönes altes Gewölbe, vornehmlich dem Feiern vorbehalten. Zu ebener Erde eher Gegenwartsdekor: sachter Lounge-Stil, schön hell, nicht überladen.

Als fair fallen die Preise auf und die Tugend, zum Mittagstisch nett gutbürgerlich zu sein. Himmel, wo kriegt man denn heute noch ein schönes Hühnerfrikassee für 8 €? Hier! Und Gnocchi mit Rucolapesto (4,90 €!) werden zur Büropause Kantinen kaum günstiger zaubern.

Der Gastgeber verwöhnt uns

Es locken aber doch die Posten der Hauptkarte. Ideal medium gerät das großzügig bemessene Rinderhüftsteak, dazu Kartoffeln und Pfifferlinge mit glasig gedünsteten Zwiebelchen (16,90 €). Der Gastgeber verwöhnt uns: Eine rasant kräftige Aioli grüßt zu Beginn, zwischendurch kosten wir spanische Schinkenkroketten. Und unsere Vorspeise (Rucola samt Honigvinaigrette mit gebackenem Schafskäse: 7,50 €) hat mittags das Zeug zum Hauptgang. Sie wohnen nah dran? Ausprobieren!

Stein’s. Willy-Brandt-Platz 2-6, 44787 Bochum, Tel: 0234-91388850 www.steinsimratskeller.de

Preise: Vor allem der Mittagstisch ist günstig kalkuliert. Auch die große Speisekarte macht faire Angebote.

Ambiente: Weitgehend stil- und geschmackvoll hergerichtet. Der Außenbereich könnte noch freundlicher auftreten.

Service: Meist in Händen von Chef Gregor Steinebach, der aufmerksam agiert. Etwas mehr Gastgeber-Lockerheit dürfte noch sein.