Recklinghausen

Recklinghausen: Auto rast mit Absicht in Menschenmenge – Autofahrer in Krankenhaus festgenommen

Der Autofahrer ist in Recklinghausen in eine Gruppe wartender Menschen an einer Bushaltestelle gerast und hat mehrere Personen verletzt. Eine Frau erlag ihren Verletzungen.
Der Autofahrer ist in Recklinghausen in eine Gruppe wartender Menschen an einer Bushaltestelle gerast und hat mehrere Personen verletzt. Eine Frau erlag ihren Verletzungen.
Foto: Marcel Kusch/dpa

Recklinghausen. Ein Autofahrer (32) ist in Recklinghausen in eine Gruppe wartender Menschen an einer Bushaltestelle gerast.

Dabei wurde ein Mensch getötet und sechs Personen verletzt. „Sieben Personen wurden ins Krankenhaus gebracht, wobei dort eine Frau ihren Verletzungen erlag“, berichtet Polizeisprecherin Ramona Hörst gegenüber DER WESTEN. Die verstorbene Frau war 88 Jahre alt.

Recklinghausen: Auto rast in Menschenmenge, eine Frau stirbt

Gegen 14.52 Uhr kam der Wagen an der Hertener Straße in Recklinghausen von der Fahrbahn ab, rauschte über die Gegenspur und geriet in die Menschenmenge. Die Polizei geht momentan von einem Suizidversuch des Fahrers (32) aus. Auch wenn andere Unfallursachen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, stellt die Polizei klar: „Alles andere ist reine Spekulation."

Die Hinweise auf einen Suizidversuch verdichten sich allerdings. Wie die Polizei am Freitagnachmittag berichtet, war er zuvor in psychiatrischer Behandlung. Auch bei der Durchsuchung seien weitere Indizien entdeckt worden.

Der Mann besaß zudem keine Führeschein. Ob er bei der Fahrt unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, ist noch unklar.

Die Polizei hat den Mann am Freitag im Krankenhaus festgenommen. Die Ermittler gehen auf Grundlage von Spuren am Tatort und Befragungen von einem Suizidversuch aus, wie die Polizei mitteilt. Die Staatsanwaltschaft Bochum übernahm die Ermittlungen gegen den Mann. Er wurde in einer Psychatrie untergebracht.

„Es war eine chaotische Situation. Verschiedene Ersthelfer, darunter Angestellte eines nahen Kieferorthopäden und die Besatzung eines Streifenwagens kümmerten sich um Verletzte“, berichtet ein Feuerwehrmann gegenüber der Bild.

------------------------------------

• Mehr Themen:

15 Jahre nach „Tatsächlich Liebe“: Hättest du diesen Filmstar wiedererkannt?

Verbrecher-Pärchen würgt Seniorin (69) beinahe zu Tode – Polizei Bochum sucht mit diesen Fotos

• Top-News des Tages:

Apple stoppt Verkauf mehrerer iPhone-Modelle nach Niederlage in Patentstreit

Neues von Skandalnudel Ousmane Dembélé: Ex-BVB-Star zahlt Kumpel 15.000 Euro pro Monat – damit er DAS macht

-------------------------------------

Von den anderen Verletzten befinden sich zwei auch am Freitagnachmittag im Krankenhaus. Die anderen wurden mittlerweile entlassen. „Die Beteiligten sowie die Angehörigen werden von den Opferschutzbeauftragten der Polizei Recklinghausen betreut und unterstützt“, so die Polizei.

Zur Spurensicherung wurden Fachleute der Polizei hinzugezogen, wie die Staatsanwaltschaft Bochum und das Polizeipräsidium Recklinghausen mitteilten.

Recklinghausen: Eine Tote, mehrere Verletzte

Auch der Fahrer des Wagens musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Opfer seien zwischen 17 und 67 Jahren alt und nicht lebensgefährlich verletzt, berichtet die Polizei. Drei weitere Personen konnten vor Ort ärztlich versorgt werden. Fünf Augenzeugen, die den Unfall beobachteten, mussten betreut werden.

Die Straße war bis in den Abend gesperrt. Die Ermittlungsarbeiten dauern an.

Ohrenzeugen berichten von lautem Knall und Schreien

Nach ersten Informationen der Ermittler war der Mann auf einer Straße in Richtung Innenstadt unterwegs, als er von seiner Fahrbahn abkam und auf die Gegenseite geriet. Dort fuhr er in die an einem Bushäuschen wartende Menge. Laut Feuerwehr war die Haltestelle fast voll gewesen.

Anwohner und Ohrenzeugen berichten von einem ohrenbetäubenden Knall und anschließenden Schreien. Gegenüber des Tatorts befindet sich eine Pizzeria, daneben ein Küchenstudio. In beiden befanden sich zur Tatzeit Passanten, die den Unfall mit ansehen mussten.

Menschen eilten zum Ort des Geschehens herüber, berichten über ein schreckliches Bild und viel Blut.

„Trotz des schrecklichen Ereignisses ist die Unterstützung ein Zeichen von Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft und damit ein wichtiges Signal. Mein Mitgefühl gilt allen Betroffenen und Angehörigen. Während viele sich auf besinnliche Weihnachtstage freuen, müssen sie das Erlebte verarbeiten oder sogar den Tod eines Angehörigen betrauern“, sagt Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen.

Bürgermeister von Recklinghausen reagiert bestürzt

Mit Bestürzung hat Bürgermeister Christoph Tesche auf den schweren Unfall in Recklinghausen reagiert. „Das ist ein schreckliches Ereignis. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des verstorbenen Unfallopfers. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl. Natürlich hoffe ich, dass die anderen Verletzten schnell wieder gesund werden“, erklärt er.

Zur Zeit der Tragödie sei Christoph Tesche bei einem zentralen ökumenischen Gottesdienst zum Ende des Steinkohlebergbaus in Essen gewesen.

Wie die Stadt Recklinghausen mitteilt, nahm er aus Respekt vor den Opfern nicht am anschließend Gottesdienst teil.

>>Anmerkung der Redaktion<<

Zum Schutz der betroffenen Familien berichten wir normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Das Thema wird inzwischen öffentlich diskutiert, deshalb haben wir uns in diesem besonderen Fall für die Berichterstattung entschieden.

Wer unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

 
 

EURE FAVORITEN