Recklinghausen

Recklinghäuser (34) soll Männer nach Sex-Dates ausgeraubt haben – war er auch der grausame Mörder eines Bochumer Ehepaars?

Daniel Sobolewski
In Fußfesseln wurde der Recklinghäuser zur Anklagebank geführt. (Symbolfoto)
In Fußfesseln wurde der Recklinghäuser zur Anklagebank geführt. (Symbolfoto)
Foto: imago/Bildwerk
  • Ein 34-jähriger Recklinghäuser steht seit Donnerstag vor Gericht
  • Er soll zwei Männer nach Sex-Dates ausgeraubt haben
  • Ist er auch der Mörder eines Bochumer Ehepaars?

Recklinghausen. Seit Donnerstag steht ein 34-jähriger Mann aus Recklinghausen vor dem Amtsgericht. Er ist angeklagt, sich im Juli und Dezember 2016 mit zwei unterschiedlichen Männern zu Sex-Dates verabredet zu haben, um sie anschließend auszurauben.

Eins der mutmaßlichen Opfer sagte am ersten Prozesstag gegen den Angeklagten aus. Der 50-jährige Frührentner gab an, den Mann, den er in einem Online-Chat kennengelernt hatte, zurück nach dem Geschlechtsverkehr nach Recklinghausen gebracht zu haben. „Jetzt raube ich dich aus, Kohle her!“, soll der Angeklagte im Auto vom Olfener gefordert haben. Das berichten die Ruhr Nachrichten.

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So erbeutete er laut Anklage gerade einmal etwas mehr als 30 Euro. Der Recklinghäuser widersprach den Zeugenaussagen. Er gab an, es hätte einen Streit um vom Olfener selbst angebaute Drogen gegeben. Ein Urteil gab es am ersten Prozesstag noch nicht.

Seit einem Monat sitzt der Angeklagte bereits in Untersuchungshaft. Den Gerichtssaal betrat er, begleitet von zwei Justizwachtmeistern, in Fußfesseln. Nicht nur wegen dieses Falls. Die Staatsanwaltschaft hält ihn ebenfalls für den Mann, der im Februar auf brutale Weise ein ihm bekanntes älteres Ehepaar in Bochum ausraubte und tötete.

Aus purer Habgier soll er eine Dame (79) und ihren Ehemann in deren Wohnung in der Rottstraße überfallen haben. Mit roher Gewalt soll er, möglichweise mit Komplizen, die Frau ermordet und den Mann (78) so schwer verletzt haben, dass er Tage später im Krankenhaus verstarb. Wie brutal dabei vorgegangen wurde, zeigt der Fakt, dass dem 78-jährigen Opfer durch stumpfe Gewalt die Augäpfel zerrissen wurden.

DNA-Spuren am Tatort in der Rottstraße belasten den Angeklagten schwer. Auch in diesem Fall wird sich der Recklinghäuser bald verantworten müssen.