Rechte drohen, Fotografen wegen Flüchtlingsaktion zu töten

Diesen Drohbrief fand der Bielefelder Fotograf Uwe Schmale in seinem Briefkasten.
Diesen Drohbrief fand der Bielefelder Fotograf Uwe Schmale in seinem Briefkasten.
Foto: Uwe Schmale
Ein Hobbyfotograf sammelt mit einem Kalenderprojekt Geld für Flüchtlingskinder. Damit gerät er ins Visier von Rechtsextremen, die sein Leben bedrohen.

Bielefeld. Unbekannte haben den Bielefelder Fotografen Uwe Schmale mit dem Tod bedroht. Offenbar handelt es bei den Tätern um Rechtsextreme. Der Brief, den Schmale vergangene Woche in seinem Briefkasten fand, trägt ein Hakenkreuz.

Schmale hatte zuvor einen Kalender mit Bielefelder Motiven produziert, dessen Erlös zu gleichen Teilen dem Bielefelder Flüchtlingsfonds und dem Bielefelder Kinderfonds der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut zugute kommt.

Dadurch war er offenbar ins Visier der Täter geraten. Neben dem Brief hatten sie einen zerrissenen Kalender in Schmales Briefkasten gesteckt. Die Botschaft: "Hör sofort auf damit oder wir zerreißen nicht nur deinen Kalender. Guck nach Köln, dann weißt du, wie schnell etwas passieren kann." Ein Verweis auf das Attentat auf die damalige Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker.

Schmale will sich nicht einschüchtern lassen

Er habe auf jeden Fall ein "mulmiges Gefühl" gehabt, sagte Schmale im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Trotzdem wolle er weitermachen wie bisher. "Wenn Rechte auf die Straße gehen, wenn sie Gewalt ausüben und Menschen bedrohen, dann muss man aufstehen und dagegenhalten."

Mit seinen Fotos wolle er bedürftigen Kindern helfen. "Ob das deutsche, türkische oder syrische Bielefelder sind, ist mir völlig egal." (dor)

Schmales Benefiz-Kalender kann man hier online bestellen.

 
 

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