Real vor dem Aus: Supermarkt-Riese Edeka mit interessantem Angebot

Real-Märkte stehen zum Verkauf. (Symbolbild)
Real-Märkte stehen zum Verkauf. (Symbolbild)
Foto: dpa

Die Supermarktkette Real wird von ihrem Mutterkonzern Metro abgestoßen. Das steht nun schon seit mehreren Monaten fest. Der Handelsriese Edeka hatte sich angemeldet, einige Filialen übernehmen zu wollen. Nun ist auch klar, wieviele der 277 Filialen an Edeka gehen sollen.

Der Handelsriese Edeka will Insidern zufolge knapp 100 der Märkte von Real schlucken. Edeka meldete beim Kartellamt bereits Pläne für eine Übernahme von Real-Standorten an, wie die Wettbewerbshüter am Dienstag auf ihrer Internet-Seite mitteilten.

Edeka will 100 Filialen von Real übernehmen

Kartellamtschef Andreas Mundt erklärte, es gehe um eine „hohe zweistellige Anzahl“. „Wir werden jetzt umfassende Ermittlungen für die betroffenen Absatz- und Beschaffungs-Märkte einleiten“, kündigte er an. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, die Beschäftigten würden über ihre Zukunft im Unklaren gelassen.

>>> Real: Deal steht! Verschwindet die Supermarkt-Kette bald?

Der Real-Mutterkonzern Metro will die Supermarktkette an ein Konsortium um den Immobilien-Investor Redos verkaufen. Metro-Chef Koch hatte Real vor einem Jahr ins Schaufenster gestellt, die Kette mit ihren rund 34.000 Beschäftigten passt nicht zu seiner Strategie, den Düsseldorfer Konzern auf das Geschäft rund um den Großhandel zu konzentrieren. Das Kartellamt hatte die Pläne für die Übernahme durch Redos bereits genehmigt.

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Redos will Insidern zufolge mehr als 50 der über 270 Real-Märkte weiter betreiben, die Marke soll erhalten bleiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten gehen. Der geplante Verkauf an andere Händler muss aber ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden.

Andere Interessenten sind bisher nicht bekannt

Die Kartellwächter prüfen Übernahmen im deutschen Einzelhandel in der Regel sehr genau. Sie hatten in der Vergangenheit ein Veto gegen eine Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann durch Edeka eingelegt. Diese landete erst nach einer Sondererlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei Edeka und Rewe. Edeka greift nun nach einem Teil der Real-Standorte.

„Welche Händler Interesse an der Übernahme von Real-Filialen haben, wird gerade in unseren Verhandlungen geklärt“, schrieb Koch an die Mitarbeiter. Edeka gehöre zu den Handelsunternehmen, die ernsthaftes Interesse an einer größeren Zahl von Märkten hätten.

Namen anderer Interessenten könne er derzeit noch nicht nennen.

Erst wenn das Bundeskartellamt seine Prüfungen beendet habe, „können wir verbindlich klären, welche Märkte an welche Händler abgegeben werden und welche bei Real bleiben“. „Am Ende dieses Verfahrens steht ein eindeutiger Plan, der Ihnen allen Sicherheit und Klarheit gibt“, versicherte Koch.

Weitreichende Zusagen an Mitarbeiter

Allerdings will die Lebensmittelzeitung erfahren haben, dass sich Interessenten wie Kaufland extra zurückhalten mit möglichen Angeboten. Denn nach Informationen der Lebensmittelzeitung hängen bestimmte Bedingungen an einer Übernahme, zum Beispiel wenn es um die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern geht. Redos habe weitreichende Zusagen an Metro gemacht, was die Mitarbeiter angehe. Außerdem sollen jegliche Kontakte zu Vermietern und Parallelverhandlungen ausgeschlossen und mit Sanktionen belegt sein.

„In die Details des Verkaufsprozesses sind viele eingeweiht, Metro, Redos, weitere am Erwerb interessierte Unternehmen und das Bundeskartellamt“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Mitarbeiter werden im Ungewissen gelassen

Dies gelte aber nicht für die Beschäftigten. Die Tarifkommission Reals werde bald zusammentreten und über das weitere Vorgehen beraten. Der Chef des Real-Gesamtbetriebsrats, Werner Klockhaus, hatte bereits eindringlich vor einem Stellenabbau gewarnt. (dpa/fb)

 
 

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