Düsseldorf

Real vor dem Aus: Supermarkt-Gigant droht die Zerschlagung

Die Supermarktkette Real steht kurz vor dem Aus. Arbeitsplätze stehen massenweise auf dem Spiel. (Symbolbild)
Die Supermarktkette Real steht kurz vor dem Aus. Arbeitsplätze stehen massenweise auf dem Spiel. (Symbolbild)
Foto: imago/Manfred Segerer

Düsseldorf. Real, das Tochterunternehmen von Metro, steht kurz vor dem Aus. Seit Jahren macht die Supermarktkette Verluste. Nun strebt Metro an, das Unternehmen zu verkaufen.

Wie es dann mit Real nach dem Verkauf weitergeht, ist unklar. Höchstwahrscheinlich muss man aber mit einer Auflösung der Marktkette rechnen.

Real kurz vor dem Aus: Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Die Arbeitnehmer zeigen sich diesbezüglich sehr besorgt. Real werde „zum Schlachthof“ geführt, hieß es auf einer Demo vor der Hauptverwaltung im letzten November.

Metro-Chef Olaf Koch legt zwar großen Wert auf die Verantwortung des Unternehmens gegenüber Arbeitnehmern, kann jedoch nicht garantieren, dass es nicht zu massenhaften Entlassungen kommen könnte.

Zwei Investoren sind am Kauf von Real interessiert

Wie das Handelsblatt berichtet, befindet sich das Verkaufsverfahren auf der Zielgeraden. Wie Insider dem Portal mitteilten, gebe es nur noch zwei Investoren, die ernsthaft an Real interessiert seien.

Bei den beiden Bietern handle es sich um die erst im September 2018 gegründete x+bricks AG und um die Redos Gruppe. Beide Bieter sollen ein Angebot in Höhe von rund 900 Millionen Euro an Metro abgegeben haben. Metro strebt dabei an, Real als Ganzes zu verkaufen.

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Real-Märkte können bald zur Kaufland-Kette gehören

Auffällig ist, dass beide Bieter Kontakte zum Real-Konkurrenten Kaufland haben. So ist es nicht auszuschließen, dass ein Großteil der Real-Filialen zu Kaufland-Filialen umgebaut wird.

„Die Finanzierung dafür steht“, sagte Klaus Gehrig, Chef des Kaufland-Eigentümers Schwarz Treuhand. Er hat öffentlich verkündet, dass Schwarz Treuhand bereit ist, mindestens 100 Real-Standorte zu übernehmen und in das Kaufland-Netz aufzunehmen.

Real-Zerschlagung: Wer trägt die Sozialkosten?

Für die Arbeitnehmer ist letztendlich aber nur die Frage nach ihrem Arbeitsplatz wichtig. Bei einer Schließung von einer Real-Filiale fallen pro Markt Sozialkosten schätzungsweise von zwei bis 2,8 Millionen Euro an. Diese müsste Real an die entlassenen Arbeitnehmer zahlen.

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Es gibt für das Unternehmen jedoch die Möglichkeit, diese Kosten juristisch zu umgehen. Schließt ein Käufer eine Filiale für längere Zeit mit dem Vorhaben, diese zu renovieren, so entfällt unter Umständen die Verpflichtung, Sozialkosten zu tragen.

Verdi-Chef: „Was die Metro-Spitze macht, ist eine Schande“

Diese Möglichkeit, sich juristischen Verpflichtungen zu entziehen, entging auch der Gewerkschaft Verdi nicht.

Dazu äußerte sich der Chef von Verdi Frank Bsirske knallhart bei den November-Demos: „Euch haben sie gesagt, sie wollen das Unternehmen sanieren, dabei wollten sie nur den Verkauf vorbereiten. Was die Metro-Spitze macht, ist eine Schande“.

Real durchlief seit seiner Entstehung im Jahr 1992 zahlreiche Umstrukturierungen - doch die Kette wollte nie so richtig zünden. 2006 übernahm Metro unter dem Dach von Real sogar fast 100 deutsche Walmart-Filialen. Seitdem kehrte bei Real nie wirklich Ruhe ein. Immer wieder wurden Läden abgestoßen und die Strategie geändert. Letztlich alles ohne Erfolg. im September 2018 erklärte Metro, dass die Real-Märkte komplett verkauft werden sollen.

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Preiskampf bei der Konkurrenz

Während Real möglicherweise bald Geschichte ist, liefert sich die Konkurrenz eine erbitterte Preisschlacht. Alles begann mit einem offensiven Strategiewechsel bei Aldi.

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