Düsseldorf

Rollstuhlfahrerin (21) erhebt schlimme Vorwürfe gegen Düsseldorfer Fitnessstudio: Darf sie aus diesem Grund nicht mehr dort trainieren?

Fatima wurde von einem Fitnessstudio abgewiesen.
Fatima wurde von einem Fitnessstudio abgewiesen.
Foto: Privat

Düsseldorf. Es sind schlimme Vorwürfe, die die 21-jährige Fatima Fachrou dem Düsseldorfer Fitnessstudio „Fitnessloft“ macht. Seit der Eröffnung in Düsseldorf habe die junge Frau in dem Studio trainiert. Nicht nur, weil es ihr Spaß macht. Fatima muss trainieren. Sie sitzt im Rollstuhl.

Mehr als ein paar Minuten kann sie nicht alleine stehen, daher ist es für die junge Frau unerlässlich, dass sie ihre Muskulatur trainiert.

Doch das soll ihr plötzlich verwehrt werden. Einzig und allein, weil die gläubige Muslimin ein Kopftuch trägt?

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Diesen Vorwurf macht Fatima dem Fitnessstudio. So würde sie bereits seit zwei Jahren in dem Studio trainieren. Nie sei ihr Kopftuch ein Problem gewesen.

Auch als im Dezember der Besitzer wechselte – aus „Fitness First“ wurde „Fitnessloft“ – gab es zunächst keine Probleme. „Ich habe mich sogar mit dem Geschäftsführer unterhalten. Er hatte nichts gegen mein Kopftuch. Wollte das Studio sogar für mich barrierefrei machen.“

Düsseldorfer Fitnessstudio Fitnessloft: Mit Kopftuch war plötzlich alles anders

Doch als Fatima am Dienstagabend ins Studio kam, war plötzlich alles anders, so die 21-Jährige. „Ich wollte eigentlich nur die Kontodaten meines Vertrags ändern. Da fragte mich die Frau an der Info, ob ich die Hausordnung kennen würde. Ich wusste erst gar nicht, was sie meint.“

Daraufhin habe die Fitnessstudio-Mitarbeiterin ihr mitgeteilt, dass dort festgehalten sei, dass in dem Studio ein Kopfbedeckungs-Verbot bestehe.

Die 21-Jährige ist geschockt

Ein Schock für die 21-Jährige – ist das Studio im Düsseldorfer Stadtteil Holthausen doch perfekt für sie. Es ist schnell zu erreichen und bislang habe sie sich auch immer wohl gefühlt.

„Ich habe ihr noch versucht zu erklären, dass das mit dem Geschäftsführer abgesprochen sei. Aber sie nahm sich davon nichts an“, so Fatima.

Nun wolle sie nicht mehr in dieses Studio gehen. Auch die Kündigung sei schon geschrieben. „Ich habe noch nie erlebt, dass so mit mir umgegangen wurde. Ich fühle mich dort jetzt einfach nicht mehr wohl.“

Bisher keine Reaktion von Fitnessloft

„Fitnessloft“ hat bislang weder auf telefonische noch schriftliche Anfragen dieser Redaktion geantwortet. Auf Facebook hat das Unternehmen jedoch ein Statement veröffentlicht. Demnach habe die Fitnessstudio-Kette von dem Vorfall erfahren. Man wolle sich nun um Aufklärung bemühen.

„Das in dem Gerücht angesprochene Mitglied konnten wir bisher leider telefonisch nicht erreichen, um Einzelheiten in Erfahrung zu bringen. Wir versuchen es weiter. In unseren Studios trainieren Menschen verschiedener ethnischer Herkunft oder Glaubensrichtung, jeden Aussehens sowie mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen und alle sind im Rahmen unserer Möglichkeiten willkommen.“

„Wir versichern, dass wir uns derartigen Gerüchten mit voller Energie und Ernsthaftigkeit widmen und diese aufarbeiten. Diskriminierung hat bei uns keinen Platz - ganz im Gegenteil: FitnessLOFT ist eine Community und wir arbeiten hart daran, dass jeder Mensch in dieser Community einen Platz hat und sich wohl fühlt.“

 
 

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