Randale in Bussen und Bahnen wird immer hemmungsloser

In Straßenbahnen gibt es wenig Randale. Pöbeleien und Gewaltdelikte werden aber immer heftiger.
In Straßenbahnen gibt es wenig Randale. Pöbeleien und Gewaltdelikte werden aber immer heftiger.
Foto: Funke Foto Services
Glaubt man offiziellen Berichten, ist der Nahverkehr ein friedvoller Ort. Große Probleme bereiten jedoch Vandalismus und gewaltbereite Fußballfans.

Essen. Rund 120 Millionen Fahrgäste transportieren die Essener Verkehrsbetriebe (EVAG) im Jahr. Es müssen fast ausnahmslos friedliche Zeitgenossen sein. Denn die Zahl der Diebstähle, Pöbelein, Drogendelikte und Gewalttätigkeiten tendiert im Verhältnis zur Masse der Bus- und Bahnfahrer gegen Null. Nur 200 Taten registrierten die EVAG 2014 im Bereich ihrer Haltestellen, Bussen und Bahnen.

Glaubt man den offiziellen Berichten, ist der Nahverkehr ein friedvoller Ort. Gewalt und Kriminalität sind entgegen landläufiger Meinung über angebliche Risikozonen im ÖPNV ein Randproblem. Das geht aus dem alljährlich erstellten Sicherheitsbericht des Verkehrsverbandes Rhein Ruhr (VRR) hervor, der im Dezember in die VRR-Gremien geht und dieser Zeitung vorliegt.

Angriffe auf Bahnpersonal bei Fußballspielen nicht selten

In das Papier sind sämtliche Meldungen eines Jahres über sicherheitsrelevante Ereignisse der im VRR beteiligten Unternehmen und der auf den Bahnhöfen patrouillierenden Bundespolizei eingeflossen. Einhellige Tendenz: Es gibt kaum Veränderungen gegenüber den Vorjahren. Auch das Sicherheitsgefühl der ÖPNV-Nutzer fragte der VRR ab. Tagsüber liegt es bei „sehr gut bis gut“ und in den Abend- und Nachtstunden bei „gut bis befriedigend“.

Große Probleme bereiten dem VRR vor allem Vandalismus und gewaltbereite Fußballfans. Am häufigsten werden Schlägereien unter den Fahrgästen nach Fußballspielen gemeldet. Auch Angriffe auf das Bahnpersonal sind dann nicht selten.

„Die Tonlage gegenüber unseren Fahrern ist rauer geworden“

Die Zahl der gemeldeten Vorfälle stieg allerdings nur geringfügig an. Körperverletzungen, Pöbeleien, Taschendiebstähle und Randale im öffentlichen Nahverkehr werden aber immer brutaler und hemmungsloser. Diebe gingen inzwischen nicht mehr „filigran bei ihrer Tatausführung“ vor, sondern wendeten immer häufiger Gewalt an, um in Besitz der Beute zu gelangen, heißt es im Bericht.

„Die Tonlage gegenüber unseren Fahrern ist rauer geworden“, bestätigt auch EVAG-Sprecher Nils Hoffmann. Doch dies sei wohl ein allgemein festzustellender Trend in der Gesellschaft.

 
 

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