Polizei trenntprügelndeRocker

Duisburg..  Ein paar Beschimpfungen, Drohungen – dann flogen Fäuste und nicht nur die: Mit Reizgas, Baseballschlägern, Messern, sogar mit Schneeschiebern sind Mitglieder des Rockerklubs „Satudarah“ in und vor einer Spielhalle in Duisburg-Rheinhausen auf Anhänger der verfeindeten „Hells Angels“ losgegangen. So schnell wie die Auseinandersetzung eskaliert war, war sie aber auch zu Ende. Polizisten trennten die etwa 20 prügelnden Rocker.

Was war passiert? „Satudarah“ hatte Mittwoch einem Klubabend in ihrem Domizil veranstaltet. Die „Hells Angels“ waren gewiss nicht eingeladen, trieben sich in der nahen Spielhalle herum. Obgleich sie keine Rockerkluft trugen, waren sie von den „Satudarahs“ erkannt und attackiert worden. Die Polizei war wegen des Klubabends der Rocker ohnehin auf der Hut, konnte rasch eingreifen, zog dabei auch Kräfte der Hundertschaft hinzu. Ein Auto mit flüchtenden „Hells Angels“ stoppten die Beamten auf der A 40. Bei den Insassen stellten sie ein Reizgasspray, ein Messer und einen zum Prügel umgebauten Wagenheber sicher.

Weitere Konflikte befürchtet

„Wir haben die Szene im Auge und tun unser Bestes, um das Schlimmste zu verhindern“, sagte ein Polizeisprecher gestern der NRZ. Beobachter fürchten weitere Auseinandersetzungen unter den Rockern. Revieransprüche, ein übersteigertes Ehrgefühl und die hohe Gewaltbereitschaft sorgen dafür, dass Konflikte blitzschnell eskalieren. Dem Vernehmen nach wollten sich einige „Satudarahs“ noch am Mittwochabend einige „Hells Angels“ in Düsseldorf vorknöpfen. Die Polizei verhinderte das. Und am Dienstag hatte es schon einen Vorfall in Rheinhausen gegeben. Die Polizei stellte dabei eine scharfe Waffe sicher, die möglicherweise Ramin Y. gehört. Er gilt als Anführer der „Bandidos“, die im Herbst zu den Krefelder „Hells Angels“ übergelaufen waren.

Drei Klubs in der Stadt

In Duisburg hat sich die Situation noch mal verschärft, seit im Juni 2012 eine lokale Rockergruppe zu den ursprünglich aus den Niederlanden stammenden „Satudarah“ wechselte. Mit ihnen, den „Bandidos“ und „Hells Angels“ sind nun gleich drei Klubs in der Rhein-Ruhr-Stadt präsent. „Satudarah“ ist in den wenigen Monaten bereits mehrfach aufgefallen: Handgranatenanschläge auf ein Klubheim der „Hells Angels“ sowie auf ein Wettbüro werden mit Anhängern ebenso in Verbindung gebracht wie eine Schießerei im Duisburger Süden.

 
 

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