Polizei stellt bundesweite Suche nach verschwundenem Säugling ein - weil die rechtliche Grundlage fehlt

Das Baby war bei seiner Entführung zwei tage alt.
Das Baby war bei seiner Entführung zwei tage alt.
Foto: imago stock&people / imago/Westend61

Krefeld. Deutschlandweit suchte die Polizei seit vergangenem Freitag nach einem verschwundenen, neugeborenen Baby aus Krefeld.

Auflage war nicht rechtskräftig

Trotz Auflagen des Jugendamts sollen die Eltern das Kind unerlaubt aus der Helios-Klinik mitgenommen haben. Am Montagabend wurde die Suche jedoch erst einmal eingestellt.

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Nach Angaben der Polizei fehle die rechtlichte Grundlage, dies berichtet die Rheinische Post. Da das Jugendamt nicht das Sorgerecht für das Kind innehätte, gäbe es auch keine Strafverfahren wegen Kindesentzugs, teilte eine Polizeisprecherin der RP mit.

Laut der Polizei hatten die Eltern des Kindes wegen der familiären Situation die Auflage bekommen, das Kind im Krankenhaus zu lassen. Jedoch wurde der Entzug der Sorgeberechtigung nicht förmlich und rechtsverbindlich mitgeteilt - dadurch haben sich die Eltern durch ihr Handeln nicht strafbar gemacht.

Eltern wahrscheinlich mit Kind in Polen

Das Jugendamt soll inzwischen aber einen Antrag auf Übertragung des Sorgerechts eingereicht haben, da das Kindeswohl gefährdet sein könnte. Sollte dem Antrag stattgegeben werden, werde die Suche wieder aufgenommen.

Aktuell geht die Polizei davon aus, dass sich die Eltern mit ihrem Kind nach Polen abgesetzt haben könnten.

(jgi)