Handy am Steuer: Polizei kontrolliert heute Autofahrer in ganz NRW

Der gefährliche Blick aufs Handy: Die Polizei kontrolliert am Donnerstag Auto-und Radfahrer in ganz Deutschland.
Der gefährliche Blick aufs Handy: Die Polizei kontrolliert am Donnerstag Auto-und Radfahrer in ganz Deutschland.
Foto: dpa

Nur schnell eine Nachricht auf dem Handy antippen und kurz schauen, wer geschrieben hat - der kurze Blick aufs Smartphone kann im Straßenverkehr üble Folgen haben. Aus diesem Grund kontrolliert die Polizei heute in ganz Deutschland Autofahrer und weist sie auf die Risiken hin.

Bundesweite Kontrollaktionen: 11.000 Polizisten sind unterwegs

Wer sich also am Donnerstag mit einem Handy in der Hand oder Kopfhörern im Ohr im Straßenverkehr zeigt, riskiert, von der Polizei angehalten zu werden.

Rund 11.000 Polizisten sind bei knapp 3200 Kontrollen und Aktionen von sechs Uhr morgens deutschlandweit im Einsatz. Sie wollen auf die Gefahren von Ablenkungen während der Fahrt aufmerksam zu machen, wie das Innenministerium in Sachsen-Anhalt mitteilte.

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Tendenz steigend: Mangelnde Aufmerksamkeit für hälfte aller Unfälle verantwortlich

In Deutschland wird Ablenkung als Unfallursache zwar derzeit nicht erfasst, wie ein Verkehrsexperte der Hochschule der Polizei in Münster sagt. Statistiken aus anderen europäischen Ländern und internationale Studien zeigten jedoch, dass mangelnde Aufmerksamkeit für mehr als die Hälfte der Unfälle mitverantwortlich ist - Tendenz steigend.

Dabei reiche die Auswahl ablenkender Tätigkeiten vom Zigaretteanzünden am Steuer über die Bedienung vom Navi und Handy bis zum besorgten Dauerblick auf den Rücksitz zum Kind statt in den Rückspiegel.

Und auch Radfahrer und Fußgänger setzten sich mit lauter Musik und Blick auf den Handybildschirm großen Gefahren aus.

Kontrollen: Allein in Niedersachsen plant die Polizei 300 Orte zu kontrollieren

Die Aufmerksamkeit der Beamten ruht sowohl auf Fußgängern als auch auf Rad-, Motorrad-, Auto- und Lkw-Fahrern. Allein in Niedersachsen soll an gut 300 Orten kontrolliert werden. Neben Handysündern sollen auch Gurtmuffel, Drängler und Raser gestoppt und neben dem üblichen Bußgeld ermahnt werden. Neben diesen Kontrollen sind zahlreiche Aktionen mit Fahr- und Überschlagssimulatoren, Ablenkungsparcours und Infoständen geplant, hieß es.

Fokus der Polizei liegt auch auf Unfallgaffern

Brandenburg legt etwa einen zusätzlichen Schwerpunkt darauf, junge Fahrer und Senioren anzusprechen und zu beraten. Hamburg hat auch Lkw-Fahrer, die bei der Fahrt Zeitung lesen, Kaffee kochen oder Filme gucken, besonders im Visier.

In anderen Bundesländern müssen auch Unfallgaffer mit intensiven Kontrollen, Gesprächen und Strafen rechnen.

Auch die NRW-Polizei ist in vielen Städten im Rahmen des Aktionstags unterwegs. „Für die nordrhein-westfälische Polizei ist die Ablenkung durch mobile Geräte, wie Smartphone oder Tablet, ein Schwerpunkt bei der Verkehrsunfallbekämpfung“, heißt es etwa bei der Polizei Bochum.

Polizei Bochum: Handys werden sichergestellt

Gundsätzlich gelte: Die Polizei stelle mobile Geräte nach schweren Verkehrsunfällen sicher, wenn der Verdacht bestehe, dass der Fahrer dadurch abgelenkt war, teilt die Bochumer Polizei mit.

Die Statistik ist erschreckend: Etwa die Hälfte aller Autofahrer benutzt das Mobiltelefon laut Polizei während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung, in der Altersgruppe der 30- bis 44-jährigen sind es sogar acht von zehn.

Durchschnittlich jeder sechste Autofahrer verfasst Textnachrichten am Steuer. Das hat Folgen: Mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle steht im Zusammenhang mit Ablenkung, so die Poliziei.

Kontrollen sollen öfter stattfinden

Mit dem Polizeigroßaufgebot sollen die Menschen auf unterschätzte Gefahren durch Ablenkung aufmerksam gemacht werden. Die Innenminister der Länder hatten Ende 2017 entschieden, jedes Jahr einen Tag für mehr Verkehrssicherheit zu organisieren. Jetzt ist Premiere. Künftig soll es jährlich wechselnde Schwerpunkte geben. (dpa/mj)

 
 

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