Dortmund

Plötzlich geräumte Hochhäuser in Dortmund - Mieter können wohl monatelang nicht zurück

Foto: René Werner/IDA News
  • 800 Menschen mussten am Donnerstag wegen heftiger Brandschutzmängel überraschend ihre Wohnung verlassen
  • 120 von ihnen mussten in einer Notunterkunft übernachten
  • Besitzer der Häuser kritisiert Maßnahme der Stadt

Dortmund. Während die Evakuierung des riesigen Hochhauskomplexes Hannibal II in Dortmund abgeschlossen ist, geht der Streit zwischen Stadt und Eigentümer weiter.

Alle Wohnungen seien versiegelt - jetzt sei der Eigentümer am Zuge, die Brandschutzmängel zu beseitigen, sagte der Leiter des Krisenstabes, Ludger Wilde, am Freitag in Dortmund.

Bis zum Wiedereinzug könnten Monate vergehen

Die Stadt werde den Komplex lediglich bewachen lassen. Die Mängel müsse der Eigentümer beheben. Der Stab rechnet mit Monaten bis zum möglichen Wiederbezug. Rund 800 Menschen mussten das Terrassenhochhaus im Universitätsvorort Dorstfeld verlassen.

-------------------------------------

• Mehr Themen:

Brandgefahr – Dortmund räumt Hochhaus mit 400 Wohnungen

Hannibal-Evakuierung: So leiden die Mieter unter der Hochhaus-Räumung in Dortmund

-------------------------------------

120 seien über Nacht in einer zur Notunterkunft hergerichteten Leichtathletikhalle untergekommen, die anderen Mieter seien offenbar vorerst bei Freunden und Verwandten, hieß es.

Heftige Brandschutzmängel

Allen Mietern will die Stadt Angebote für eine Unterbringung in Wohnungen oder einer Übergangseinrichtung anbieten. Wohlfahrtsorganisationen und Wohnungsgesellschaften wollen ebenfalls mit Wohnungen helfen.

Städtische Angebote sind kostenlos. Kritik des Berliner Eigentümers Intown wegen der abrupten Evakuierung wies der Krisenstab zurück. Es hätten eklatante Brandschutzmängel vorgelegen, die schnelles Handeln erfordert hätten. Brandwachen bis zu einer Beseitigung der Mängel hätten nicht ausgereicht.

Besitzer kritisiert Maßnahme der Stadt

Ein Feuer in einer Wohnung hätte gereicht, um ein Großfeuer ausbrechen zu lassen, hieß es. Nach Umbauarbeiten des Eigentümers hatten Mieter auf Mängel aufmerksam gemacht.

Bei einer Begutachtung durch Bauaufsicht und Feuerwehr habe sich herausgestellt, dass große Risiken in der Tiefgarage und durch Versorgungsschächte bestünden, über die sich ein Feuer schnell verbreiten könne, sagte Wilde. Intown kritisierte die Maßnahme als nicht rechtens und unangemessen.

Mieter sollen Geld einbehalten

Das Hochhaus wurde laut Krisenstab nicht vorsorglich infolge des Londoner Großbrandes begutachtet. Die Fassade sei wegen ihrer Bauweise nicht gefährdet gewesen.

Die letzte Begutachtung sei 2015 erfolgt. Der Mieterverein Dortmund riet Betroffenen, die Miete einzubehalten und dies dem Eigentümer schriftlich mitzuteilen.

(dpa)

 
 

EURE FAVORITEN