Essen

Pendlerhorror Streckensperrung? Mit dem RE durchs Ruhrgebiet: „Nach Winterzeit pünktlich"

Pendler vor dem Bus des Schienenersatzverkehrs am Hauptbahnhof Duisburg.
Pendler vor dem Bus des Schienenersatzverkehrs am Hauptbahnhof Duisburg.
Foto: Madeline Jäger
  • Streckensperung zwischen Duisburg und Essen: Von Köln nach Essen pendeln im Test
  • Wie viel mehr Zeit musst du als Pendler auf dieser Strecke einplanen?
  • Auf diese Verzögerung musst du dich beim Schienenersatzverkehr einstellen

Essen. Streckensperung zwischen Duisburg und Essen: Von Köln nach Essen pendeln? Ich habe es ausprobiert. Diese Pendlerstrecke birgt sowieso schon ihre Risiken: Verzögerungen, unangekündigte Verspätungen und Zugausfälle gehören zum Standardprogramm.

Doch wie viel Zeit musst du jetzt auf dieser Strecke mehr einplanen? Und: Können die kommenden zwei Wochen für Pendler zur Routine werden?

Trotz Frühstück: „Mir ist der Kaffee ausgegangen“-Gefühl

Es ist 6:30 Uhr und ich verlasse das Haus. Trotz kleinem Frühstück im Magen fühlt es sich draußen wohl dank der Zeitumstellung so an, als wäre mir der Kaffee zu Hause ausgegangen.

Der Blick auf die Armbanduhr verdeutlicht das Gefühl: Die Uhr ist noch nicht umgestellt. Ich bin auf dem Weg zur Straßenbahn, es sind nur zwei Stationen bis zum Bahnhof Köln/Messe Deutz.

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Dienstbeginn um 8:30 Uhr in Essen: Komme ich pünktlich an?

Nach zwei Stationen mit der Bahn ist das „Zombie-Gefühl“ immer noch da. Der Zug kommt erst in ein paar Minuten: Ein weiterer Kaffee vom Kiosk muss her. Das wärmt auf, gerade auch beim im Winter gefühlt immer langen Warten auf die Einfahrt des REs.

Dienstbeginn ist in der Redaktion an diesem Montagmorgen um 8:30 Uhr. Gleitzeit gibt es keine. Es ist wichtig, nicht viel zu spät zu kommen.

Aus diesem Grund steige ich, um pünktlich zu sein, für gewöhnlich in den Regionalexpress (RE1) von Köln/ Messe Deutz um 6:52 Uhr ein.

Normale Verhältnisse im RE: Osterferien sichern mir Sitzplatz

Heute klappt das erst mal erstaunlich gut: Schon um 6:55 Uhr steige ich ein. Die Osterferien scheinen mir heute einen Sitzplatz zu sichern, denn an diesem Montag ist der Zug nicht so überfüllt wie normalerweise. Ganz unkompliziert fahre ich zunächst durch: Station für Station.

Doch ab der Haltestelle Düsseldorf-Flughafen kommt das gewohnte RE-Fahrgefühl zurück: Ein Flixtrain muss den Regionalexpress überholen. Wir stehen und stehen. Nichts passiert, selbst als das „Grüne Etwas" längst an uns vorbeigerauscht ist.

Schon ohne Schienenersatzverkehr: 15 Minuten Verspätung

Same procedure as every day: Die Überholungsaktion sorgt für die saftige Verspätung von 15 Minuten. Da habe ich den Schienenersatzverkehr noch gar nicht ausprobiert. Erst um 8:55 Uhr steige ich also am Duisburger Hauptbahnhof aus.

Es hieß: Zum Schienenersatzverkehr kommt man zu Fuß in vier bis fünf Minuten. Fehlanzeige, das sehen auch andere Pendler so. Bis man die Straße zweimal überquert hat und inklusive roter Ampeln am Ostausgang den Fußstapfen gefolgt ist, kann man noch drei Minuten draufrechnen.

„Das muss man dann einplanen, dadurch verzögert sich alles immer weiter. Würde ich nicht Gleitzeit haben, würde es nicht gehen“, sagt Pendlerin Petra Schmidt (46) aus Duisburg.

Lichtblick: Ersatzbusse fahren alle zehn Minuten

Tatsächlich kommen die Ersatzbusse alle zehn Minuten zur Haltestelle. Wer sich unsicher ist, ob er einsteigen kann, fragt einfach das Service-Personal: Durch die Ferien ist hier nicht gerade die Hölle los. Daher entsteht kein Chaos: Trotz „komplizierter Fahrpläne,“ wie eine Passantin bemerkt.

Bis der passende Ersatzbus zum Essener Hauptbahnhof kommt, vergehen erneut Minuten. Um 8:10 Uhr steige ich in den Bus ein. Zu diesem Zeitpunkt bin ich normalerweise schon längst in Essen.

Bis alle eingestiegen sind und Fragen der Passanten an den Busfahrer gestellt und beantwortet sind, vergehen weitere Minuten. So geht die Fahrt erst um 8:15 Uhr los.

Autobahn: Stockender Verkehr hindert Bus an Pünktlichkeit

Langsam werde ich nervös, pünktlich ankommen werde ich wohl nicht mehr: 34 Minuten soll der Bus lediglich fahren, so hat die Deutsche Bahn es angekündigt. Doch kaum sind wir auf der Autobahn, stockt der Verkehr.

Wir verlieren eine Menge Zeit.. Erst um 9 Uhr komme ich am Essener Hauptbahnhof an.

„Nach alter Zeit pünktlich"

Fazit: Für die nächsten zwei Wochen muss ich eine morgens und abends eine Stunde mehr Zeit einplanen. Regulär wäre ich am Essener Bahnhof spätestens um 8 Uhr angekommen. Ich steige aus dem Ersatzbus aus. Mein erster Gedanke beim Blick auf die Armbanduhr: „Nach Winterzeit pünktlich."

 
 

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