Patientenfürsprecher: Zeitmangel führt zu Unzufriedenheit

Mülheim..  Wenn sich Kranke in einer Klinik nicht gut aufgehoben fühlen, dann liegt dies nach Erfahrungen von Patientenfürsprechern oft am Zeitmangel des Personals. „Die Krankenhäuser haben natürlich den Druck, wirtschaftlich zu überleben“, sagte die Beraterin Ulla Babilas, die im Kölner Krankenhaus Merheim für die Patienten da ist. Die Menschen würden nach Fallpauschalen behandelt, „wünschen sich aber Zeit und Zuwendung“. Patientenfürsprecher an rund 380 NRW-Krankenhäusern trafen sich nun in Mülheim.

Mit immer mehr Älteren in der Gesellschaft komme auf die Krankenhäuser eine große Herausforderung zu – auch was die Kommunikation mit Patienten angehe, mahnte Babilas. Viele Menschen zeigten zwar ein großes Verständnis für den Zeitdruck der Ärzte und Pfleger und lasteten dies auch nicht dem Personal an. „Wenn sie dann persönlich betroffen sind, dann führt es dennoch oft zu Unzufriedenheit.“

Beschwerden lauteten etwa „das Essen schmeckt nicht“, „es ist nicht sauber genug geputzt“ oder „die Betten werden nicht gemacht“. Babilas rät, sich direkt an die Pflegeleitung oder die Chefärzte zu wenden.

Patientenfürsprecher sind meist ehrenamtlich und vom Krankenhaus unabhängig tätig, wie das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen in Bochum mitteilte. Ihre Beratung endet bei medizinischen oder rechtlichen Fragen - allerdings helfen sie dann bei der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner.

 
 

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