Bottrop

Hundebesitzer in Bottrop schlägt Alarm: Dieses Virus kann tödliche Folgen für deinen Vierbeiner haben

Das Parvovirus macht derzeit Hundehaltern in Bottrop Sorgen.  (Symboldbild)
Das Parvovirus macht derzeit Hundehaltern in Bottrop Sorgen. (Symboldbild)
Foto: imago stock&people / imago/blickwinkel

Bottrop. Karsten Schiemann aus Bottrop hat seinen geliebten Ben verloren. Der Pomsky (Mischung aus Huskey und Pomeranian) ist im Alter von nur acht Monaten am Parvovirus gestorben.

Der Hundebesitzer schlägt deshalb jetzt Alarm: in Bottrop-Welheim seien allein sechs Hunde am Parvovirus erkrankt, vier davon seien gestorben.

Hundebesitzer warnt: Das Parvovirus kann tödliche Folgen für eure Vierbeiner haben

DER WESTEN hat beim Gelsenkirchener Tierarzt Dr. Haucke Holdefleiss nachgefragt, was es mit dem Parvovirus auf sich hat. „Es ist eine Junghunde-Erkrankung, die vor allem bei Welpen auftritt. Typische Symptome sind hohes Fieber und Durchfall.“ Erkennt man diese Symptome, sollte man sofort zum Tierarzt.

Häufig sind die Welpen durch den Virus komplett ausgetrocknet. Dann kann nur eine Infusion das Leben des Tieres retten.

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Das müssen Hundehalter wissen

Das Virus überträgt sich per Tröpfchen. Das heißt, ein Hund kann sich infizieren, wenn er am Kot eines Erkrankten schnuppert oder direkt an ihm schnüffelt.

Tierarzt Holdefleiss empfiehlt daher Hunde auf jeden Fall gegen das Parvovirus impfen zu lassen. Die Impfung gegen die Parvovirose gehört ohnehin zu den Pflichtimpfungen und kann ab der 6. Lebenswoche durchgeführt werden.

Keine Gefahr für Menschen

Für Menschen ist das Parvovirus nicht gefährlich. Deshalb gibt es auch keine Meldepflicht. Genau das will Schiemann ändern. Er sagt: „Es interessiert kein Schwein, ob da ein Hund oder eine Katze krepiert. Aber die Tiere haben auch ein Recht auf Leben.“

Er fordert von der Stadt mehr Mülleimer und Hundekotbeutel, damit die Gefahr der Übertragung des Virus durch den Hundekot minimiert wird.

Da die Parvovirose weder anzeige- noch meldepflichtig sind, seien keine Maßnahmen durch die Behörde erforderlich, heißt es vom Veterinäramt der Stadt Bottrop.

Veterinäramt kontrolliert und klärt auf

„Dennoch wurde die Tierhaltung, aus der die ursprünglich erkrankten Hunde stammen, seitens des Veterinäramtes am 13. September besichtigt. Die Vorortkontrolle erfolgte aufgrund einer anonymen Telefonmeldung.

Die Besitzer der Hunde wurden über die entsprechenden Maßnahmen, die zur Verhütung einer Ansteckung anderer Hunde notwendig sind, aufgeklärt und informiert“, sagte Dr. Nina Danowski vom Bottroper Veterinäramt auf Nachfrage von DER WESTEN. Auch sie empfiehlt eine wirksame Impfung und eine Auffrischung alle drei Jahre.

Ben, der Hund von Karsten Schiemann, war auch geimpft, berichtet sein Herrchen. Dennoch sei der Hund am Virus gestorben. „Etwa 80 bis 90 Prozent der Hunde reagieren mit einer Antikörperbildung, aber wie beim Menschen auch eben nicht alle,“ erklärt der Tierarzt das Restrisiko.

Eine Antikörperbestimmung, die Gewissheit gibt, ist teuer und wird daher nur selten angewendet.

Viren können sich in Wohnungen halten

Aufpassen sollten gerade Hundebesitzer, wenn sie schon einmal von dem Parvovirus betroffen waren. Denn die Viren könnten sich vor allem bei warmen Temperaturen und in Wohnungen eine gewisse Zeit halten. „Sie sind zwar sehr empfindlich gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Wer sich aber nach einem Parvovirus-Befall wieder einen Welpen holt, sollte auf jeden Fall auf die Impfung achten“, so Tierarzt Dr. Holdefleiss.

Der Fall in Bottrop ist übrigens nicht der erste im Ruhrgebiet. Bereits vor zwei Jahren hatte es in Oberhausen eine Häufung von Fällen des Parvovirus gegeben.

 
 

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