Afghane erstach Flüchtlingshelfer: Jetzt bricht die trauernde Mutter ihr Schweigen

Ein Ochtruper (18) soll aus Notwehr einen Flüchtlingshelfer (20) erstochen haben. Nun meldet sich die Mutter des 20-Jährigen. (Symbolbild)
Ein Ochtruper (18) soll aus Notwehr einen Flüchtlingshelfer (20) erstochen haben. Nun meldet sich die Mutter des 20-Jährigen. (Symbolbild)
Foto: imago/Rüdiger Wolk
  • Richter spricht Seyed M. (18) nach Messer-Attacke auf Flüchtlingshelfer frei
  • Dessen Mutter verzweifelt am Urteil

Ochtrup. Seyed M. (18) aus Afghanistan erstach den Flüchtlingshelfer José M. (†20) - aus Notwehr, wie das Gericht entschied. Grund dafür war, dass ein Streit zwischen den beiden ausbrach, als sie eine Angelegenheit wegen eines befreundeten Mädchens klären wollten.

Josés Mutter Maria M. zweifelt an dem Urteil.

Mutter von José: „Die Gründe sind lächerlich“

Für Maria M. war es keine Notwehr. „Die Gründe, die der Richter für Notwehr genannt hat, sind lächerlich“, sagt sie gegenüber der „Bild“ und wolle in Revision gehen.

Für Josés Mutter sei das Urteil ein Freifahrtschein. „Demnach darf jetzt jeder Mensch ruhig ein Küchenmesser mit sich tragen, weil es keine Waffe ist“, erklärt sie. Aus ihrer Sicht ermutigt eine solche richterliche Entscheidung die Falschen, ein Messer mitzunehmen und es im Ernstfall einzusetzen.

Für Maria M. ist klar: Auch wenn ein Küchenmesser keine Waffe ist, kann es als solche eingesetzt werden: „Schon in der Schule wird Kindern erklärt, dass man sich nicht bewaffnen soll.“

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Richter: José M. körperlich überlegen

In der Vergangenheit berichteten mehrere Medien übereinstimmend, dass es zuvor einen Streit zwischen Seyed M. und José M. gab. Dabei brach der Flüchtlingshelfer dem Afghanen den Kiefer. Laut der „Bild“ habe der Richter erklärt, dass zwischen den beiden sechs Kampfklassen im Boxen lägen.

Beim Treffen im Ochtruper Stadtpark begrüßte José M. den Flüchtling mit einem Schlag ins Gesicht. Da Seyed M. körperlich unterlegen war, rechtfertigte der Richter dessen Verhalten als Notwehr und sprach ihn frei.

 
 

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