Zecken in NRW: Neue Superzecke könnte zu uns kommen

Gut zu erkennen: Die gestreiften Beine der Hyalomma-Zecke. Sie können das für Menschen tödliche Krim-Kongo-Virus in sich tragen.
Gut zu erkennen: Die gestreiften Beine der Hyalomma-Zecke. Sie können das für Menschen tödliche Krim-Kongo-Virus in sich tragen.
Foto: Robert Koch-Institut
  • Im letzten Jahr gab es die ersten Funde einer in Deutschland neuen Zeckenart
  • Die Hyalomma-Zecke kann einen gefährlichen Virus in sich tragen

Wer in den warmen Jahreszeiten gerne draußen unterwegs ist, kennt das alljährliche Problem: Die Gefahr eines Zeckenbisses.

Als ob unsere heimischen „Holzböcke“ nicht schon Plagegeister genug wären, wurde nun ein exotischer Verwandter in Deutschland gesichtet.

Fünfmal größer als heimische Arten

Wie RP-Online berichtet, gab es bisher sieben Funde der „Hyalomma Marginatum“. Der Exot ist fünfmal größer als seine bei uns heimischen Artgenossen.

Und nicht nur die schiere Größe ist erschreckend: Besteht bei unseren heimischen Zecken die Gefahr einer Borreliose-Infektion, kann die Hyalomma-Zecke das tödliche Krim-Kongo-Virus in sich tragen.

Überlebt Temperaturen von bis zu minus 40 Grad

Die Hyalomma ist auch bei ihrer Jagd um einiges aktiver als die heimischen Zecken. Sie verfolgt ihre Opfer bis zu einer Strecke von 100 Metern und ist dank ihrer langen Beine auch relativ schnell dabei.

Obwohl sie eigentlich in warmen Gebieten zu finden ist, kann sie bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad überleben.

Von Januar bis August 2018 sieben Funde des Exoten

Zudem besitzt sie eine enorm hohe Widerstandsfähigkeit. In Verbindung mit ihrer Größe werden die Parasiten daher auch „Super-Zecken“ genannt.

Beheimatet ist die Zecke eigentlich in Südeuropa, Afrika und Asien. Von Januar bis August 2018 wurden aber sieben Exemplare in Deutschland entdeckt.

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Alle Exemplare wurden an Tieren gefunden

Neben ihrer Größe ist sie gut an den gestreiften Beinen zu erkennen. Sechs der Zecken fand man an Pferden, eine an einem Schaf.

Den aktuellsten Fund machte ein Frau aus Schleswig-Holstein. Sie striegelte gerade den Schweif ihres Pferdes, als sie ein vollgesogene Zecke mit gestreiften Beinen entdeckte.

Auch in NRW gab es bereits einen Fund

Da ihr so ein Tier noch nie untergekommen war, schickte sie die Zecke ans Robert-Koch-Institut nach Berlin. Dort wurde bestätigt, dass es sich um die exotische Hyalomma-Zecke handelte.

Laut RP-Online bestätigte Zeckenforscher Peter Hagedorn vom Robert-Koch-Institut, dass es im Oktober 2018 auch einen Fund in NRW gab.

Möglicherweise waren es nur eingeschleppte Exemplare

Wie RP-Online schreibt, geht Ute Mackenstedt, eine Parasitologin der Uni Hohenheim, davon aus, dass in Deutschland mit immer mehr Zecken zu rechnen ist, die eigentlich aus wärmeren Gebieten kommen.

Da die Hylomma teilweise bis zu 28 Tage auf ihrem Wirt sitzen bleibt und kleine Säugetiere, sowie Vögel als Opfer bevorzugt, ist es allerdings möglich, dass es sich bei den Funden um einzelne, eingeschleppte Exemplare handelt. (db)