NRW-Wahlarena: AfD-Pretzell blamiert sich beim Thema Kita-Kinder - und schießt gegen Laschet

Die Spitzenkandidaten der sieben Parteien für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Özlem Alev Demirel (l-r, Linke), Michele Marsching (Piraten), Hannelore Kraft (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne), Armin Laschet (CDU), Christian Lindner (FDP) und Marcus Pretzell (AfD).
Die Spitzenkandidaten der sieben Parteien für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Özlem Alev Demirel (l-r, Linke), Michele Marsching (Piraten), Hannelore Kraft (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne), Armin Laschet (CDU), Christian Lindner (FDP) und Marcus Pretzell (AfD).
Foto: dpa

"Schäbig", "entfesselt", "ungerecht": In der NRW-Wahlarena im WDR ging es am Donnerstagabend ab! Dagegen wirkte das TV-Duell zwischen Hannelore Kraft (SPD) und Armin Laschet (CDU) wie eine Kuschelparty.

Neben Kraft und Laschet waren in der Livesendung des WDR-Fernsehens Sylvia Löhrmann (Grüne), Christian Lindner (FDP), Michele Marsching (Piraten), Marcus Pretzell (AfD) und Özlem Alev Demirel (Linke) dabei.

Die Kandidaten schenkten sich nichts, immer wieder mussten die Moderatorinnen eingreifen. Durch die Anwesenheit von Piraten-Politiker Michele Marsching und der Linken Özlem Demirel kamen auch Themen wie kostenloser ÖPNV auf die Agenda.

Blitz-Fazit: So präsentierten sich die Kandidaten

Hannelore Kraft (SPD) war souverän - ganz die erfahrene Landesmutti. Armin Laschet (CDU) war richtig angriffslustig, heute mal kein netter Onkel. Tenor: „Die Menschen haben es satt, Frau Kraft!“

Sylvia Löhrmann (Grüne) blieb etwas blass. Christian Lindner (FDP) war eloquent - sicherte sich viel Redezeit.

Özlem Demirel (Linke) kämpfte wacker und schaffte es kurz sogar, Christian Lindner aus dem Konzept zu bringen. Und Michele Marsching (Piraten) war im lila Hoodie der angenehme Ruhepol der Runde. Er schlug zum Beispiel beim Thema G8/G9 vor, doch mal die Schüler nach ihrer Meinung zu fragen, statt immer nur auf Lehrer oder Eltern zu hören.

AfD-Pretzell blamiert sich

Am unsichersten war AfD-Landeschef Marcus Pretzell. Er versuchte, sich als Mann des Ausgleichs und der Mitte zu präsentieren. Doch das misslang. Er verhaspelte sich immer wieder, argumentierte nicht klar. Beim Thema Kita-Plätze behauptete er zum Beispiel, er sei für Wahlfreiheit bei der Betreuung. Dabei spricht sich das AfD-Wahlprogramm für die Betreuung von Unter-Dreijährigen zu Hause aus.

Für seine unangebrachte Attacke auf die Landesregierung nach dem Anschlag auf den BVB-Bus ("Versagen") wollte er sich partout nicht entschuldigen, attackierte stattdessen Armin Laschet. Der schlug zurück - Pretzell wurde vom Publikum ausgebuht.

Hier kannst du unseren Liveticker zur Debatte nachlesen:

Der NRW-Landtag wird am 14. Mai gewählt. In den Meinungsumfragen hat die regierende rot-grüne Koalition seit längerem keine Mehrheit mehr. Die SPD schneidet aber am besten ab. Die wahrscheinlichste Konstellation ist derzeit eine große Koalition.

Die FDP hat eine sogenannte Ampelkoalition mit SPD und Grünen ausgeschlossen, die Grünen wollen nicht gemeinsam mit CDU und FDP regieren.

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