NRW: Verbraucherzentrale erhebt schwere Vorwürfe in Coronakrise – DAS ist absolut nicht in Ordnung

Die Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf bietet Kunden Unterstützung in Sachen Ticketerstattung.
Die Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf bietet Kunden Unterstützung in Sachen Ticketerstattung.
Foto: imago images / Jürgen Ritter

Konzerte, Fußballspiele, Festivals: Wegen der Corona-Krise fallen all diese Veranstaltungen in NRW bis auf unbekannte Zeit ins Wasser.

Kriegen die enttäuschten Besucher zumindest das Geld für ihr Ticket zurück? Laut eines neuen Gesetzesentwurf des Bundeskabinetts nicht – sehr zum Unmut der Verbraucherzentrale NRW.

NRW: Veranstalter müssen Tickets möglicherweise zunächst nicht zurückerstatten

Laut den Verbraucherschützern setzt dieser Entwurf das geltende Verbraucherrecht außer Kraft. Sollte das Gesetz so vom Bundestag verabschiedet werden, müssten die Kosten für abgesagte Veranstaltungen oder Abo-Leistungen vorerst nicht erstattet werden.

Stattdessen müssten die Kunden Wertgutscheine akzeptieren. Diese können sie sich zwar auszahlen lassen, allerdings erst nach Ende des Jahres 2021.

Betroffen sind sämtliche Musik-, Kultur-, Sport- oder „sonstige Freizeitveranstaltungen“, die wegen der Pandemie ausfallen.

Diese Veranstaltungen sind von dem Gesetzesentwurf betroffen

Weil Letzteres eine sehr weite Formulierung sei, gehen die Verbraucherschützern davon aus, dass diese Regelung für nahezu alle kostenpflichtigen Veranstaltungen angewandt wird, etwa:

  • Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und Sportwettkämpfe
  • Sprach-, Musik- und Sportkurse
  • bereits bezahlte Fitnessstudio-Abos
  • sämtliche Monats-, Saison- und Jahreskarten für Museen, Freizeitparks, Tierparks, Schwimmbäder oder Sportstudios
  • Fußball-Dauerkarten

Voraussetzung ist, dass die Karten vor dem 8. März 2020 gekauft worden sind. Lediglich berufliche Veranstaltungen wie Messen oder Fortbildungen seien von der Regelung ausgenommen.

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Die Regelung sorgt für scharfe Kritik bei den Verbraucherschützern. „Per Gesetz zinslose Zwangskredite der Kunden an die Unternehmen zu verfügen und dabei gleichzeitig das Insolvenzrisiko der Firmen auf die Kunden abzuwälzen, ist nicht in Ordnung. Hier muss dringend nachgebessert werden“, meint Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale in NRW.

Das raten die Verbraucherschützer jetzt

Der Rechtsexperte der Verbraucherzentrale, Thomas Bradler, rät, nicht überstürzt zu handeln. „Nach derzeitiger Rechtslage haben Verbraucherinnen und Verbraucher noch Erstattungsansprüche für nicht erbrachte Leistungen. Einige Verbraucher haben ihren Anbietern bereits Fristen zur Auszahlung gesetzt“, sagt er.

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Das sei unter Umständen allerdings keine gute Idee: „Wer jetzt für den Gang zu Gericht oder zum Rechtsanwalt Kosten produziert, droht im schlimmsten Fall auf diesen sitzen zu bleiben. Wir raten daher nun dazu abzuwarten und keine unnötigen Kosten zu verursachen, bis Klarheit über die Gutscheinlösung herrscht.“

Du hast noch Fragen zu dem Thema? Die Mitarbeitenden der Verbraucherzentrale NRW helfen dir unter der Telefonnummer 0211-3399 58 45 oder per Mail unter service@verbraucherzentrale.nrw weiter. (vh)

 
 

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