NRW: Tötete ER die vermisste Anna S.? Schwager hat krassen Verdacht

Anna S. Mörder ist immer noch nicht gefunden. Dringend tatverdächtig ist Michael S. (rechts).
Anna S. Mörder ist immer noch nicht gefunden. Dringend tatverdächtig ist Michael S. (rechts).
Foto: DER WESTEN

Krefeld. Michael S. (46) soll die vermisste Anna S. aus Gelsenkirchen (NRW) getötet haben.

Am Dienstag fiel am Landgericht Krefeld (NRW) nun das Urteil gegen den mutmaßlichen Mörder – aber nicht wegen Anna S., sondern wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung bei seiner früheren Ex-Partnerin Sissy (32).

NRW: Mutmaßlicher Mörder von Anna S. vor Gericht verurteilt

Er soll die 32-Jährige 2014 in seiner Wohnung in Krefeld (NRW) festgehalten und brutal attackiert haben. Bereits im Jahr 2015 erhielt der Krefelder deswegen eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten.

Michael S. ging damals in Berufung, kam auf freien Fuß. Das Landgericht Krefeld hat die Berufung jetzt verworfen. Michael S. muss somit jetzt für zwei Jahre und acht Monate in Haft.

Michael S. schweigt weiter

Das Gericht berücksichtigte auch das Verhalten von Michael S. nach der Tat. Unter anderem habe er gedroht, eine Nebenklägerin verschleppen zu lassen, um sie an der Aussage zu hindern. Außerdem reichte er ein ärztliches Attest mit gefälschtem Datum ein, um ein Alibi zu haben.

Er selbst schwieg während des gesamten Prozesses, schloss sich aber den Worten seines Verteidigers an.

Michael S. musste nach Berufung nicht ins Gefängnis

Weil es beim ersten Prozess im Jahr 2015 weder einen dringenden Tatverdacht, noch Fluchtgefahr gegeben habe, kam er damals auf freien Fuß.

Er bandelte daraufhin mit Anna S. aus Gelsenkirchen an, die seit Juni 2019 spurlos verschwunden ist. Michael S. gilt als dringend tatverdächtig, sie ermordet zu haben.

„Drama“ in der Beziehung zu Sissy

So weit kam es bei Sissy nicht. Sie habe Michael S. 2013 auf dem Straßenstrich in Essen kennengelernt, sagte sie als Zeugin bei dem Prozess im Jahr 2015 aus. Aus den beiden wurde schnell ein Paar, doch die Beziehung sei immer wieder von „Drama“ geprägt gewesen. Immer wieder stritten sie über seine Eifersucht oder Sissys Arbeit auf dem Strich.

Im Februar 2014 griff Michael S. die 32-Jährige dann in seiner Wohnung in Krefeld an.

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Michael S. schlug brutal auf Sissy ein

Dort soll er sie eingeschlossen, gefesselt, getreten und an den Haaren gezogen haben, soll ihr Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und mit einem Schraubenschlüssel brutal auf sie eingeschlagen haben.

Etwa 30 Minuten später habe Michael S. sich beruhigt, habe angefangen zu weinen und sich bei ihr entschuldigt. Sissy, die sich seit diesem Tag ständig wie auf der Flucht fühlt, entließ er in die Freiheit. Sie meldete die Attacke kurz darauf der Polizei und zog vor Gericht.

Dort wird Michael S. sich bald erneut verteidigen müssen. Die Anklage wegen des Mordverdachts an Anna S. wird für Mitte 2020 am Landgericht Essen erwartet.

„Es war wichtig, dass der Haftbefehl ergangen ist und dass man Sissy glaubt“, sagte Dirk Deike, Schwager der vermissten Anna S., gegenüber DER WESTEM. Er verfolgt den Prozess in Krefeld. Man erkenne Parallelen zum Mord an Anna S., es sei ein Tatmuster erkennbar. (vh)

 
 

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