NRW: Stadt hat während Corona-Krise speziellen Plan für Selbständige – doch die Idee kommt gar nicht gut an

NRW: Eine Stadt hat in der Corona-Krise einen besonderen Plan für Selbstständige, doch der sorgt überhaupt nicht für Begeisterung. (Symbolbild)
NRW: Eine Stadt hat in der Corona-Krise einen besonderen Plan für Selbstständige, doch der sorgt überhaupt nicht für Begeisterung. (Symbolbild)
Foto: imago images / Ralph Peters

NRW. Die Innenstädte in NRW sind kaum noch wiederzuerkennen. Wegen der durch den verhängten Lockdown geschlossenen Geschäfte macht es den Anschein, als würden die Städte langsam aussterben. Und tatsächlich wird das eine oder andere Geschäft die Corona-Krise vermutlich nicht überstehen und auch nach dem Lockdown nicht mehr öffnen.

Währenddessen hat die Stadt Moers in der Corona-Krise einen speziellen Plan für Selbstständige. Doch die Idee kommt gar nicht gut an.

NRW: Stadt mit speziellem Plan für Selbstständige in Corona-Krise – Idee kommt gar nicht gut an

Jetzt ist offenbar genau der richtige Zeitpunkt, ein neues Geschäft in der NRW-Stadt Moers zu eröffnen. Denn die Stadt will Selbstständige nun genau dazu bringen.

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Auf ihrer Facebook-Seite heißt es nämlich: „Ein eigenes Ladenlokal –davon hast du schon immer geträumt?" Und die Stadt gibt bekannt: „Dieses Jahr startet ein Förderprogramm in Moers." So könnten unter anderem Start-ups, Künstlergruppen oder Gastronomen günstig an leer stehende Objekte in der Innenstadt kommen. Abschließend bittet die Stadt Interessenten darum, sich an seine zuständige Stelle der Wirtschaftsförderung zu wenden.

Das Land NRW stellt Moers nämlich eine Förderung aus dem sogenannten Sofortprogramm in Höhe von insgesamt knapp 270.000 Euro zur Verfügung, welches Innenstädte und Zentren in der Corona-Krise stärken soll. Über einen Verfügungsfonds sollen so vorübergehend – maximal für zwei Jahre – leer stehende Ladenlokale von der Stadt angemietet und günstig weitervermietet werden. Der Fördersatz des Landes beträgt dabei 90 Prozent.

Doch diese Idee gefiel vielen Moerser Bürgern überhaupt nicht. Sie schreiben auf Facebook:

  • „Ich glaube ja nicht, dass sich gerade jetzt jemand einen Laden mieten möchte – dafür fehlt zur Zeit jegliche Perspektive."
  • „Schwierig, wenn die Regierung Selbstständige und Künstler finanziell derart im Stich lässt...."
  • „Es wäre schön, wenn die bestehenden Geschäfte erst einmal wieder öffnen könnten, dann könnte man sich darüber Gedanken machen."
  • „Wurde in Chemnitz auch schon mal versucht, es hat nicht funktioniert. Schafft lieber für Obdachlose und Bedürftige Wohnraum, den sie sich auch leisten können, damit sie sich wieder in der Gesellschaft integrieren können. Das wäre wichtiger."
  • „Es bleibt doch eh noch monatelang alles geschlossen. Wie es hier in den Kommentaren auch geschrieben wurde: Es werden kurzfristig SEHR viele Ladenlokale frei werden...traurig, wie mit dem Gießkannenprinzip die Wirtschaft zerstört wird."

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Stadt reagiert auf Kritik

Aufgrund der vielen negativen Reaktionen wandte sich die Stadt Moers erneut an seine Bürger und stellte klar: „Natürlich ist die Situation für die Moerser Gewerbetreibenden (...) momentan sehr hart. Aber sich deswegen nicht an dem Förderprogramm des Landes NRW zu beteiligen, hätten wir fahrlässig gefunden. Auch wir finden, dass vornehmlich den bestehenden Gewerbebetrieben geholfen werden muss. Aber die Bekämpfung von Leerständen ist ebenfalls ein wichtiges Thema – auch vor Corona. (...) Zumal versuchen wir als Stadt auch Unterstützung zu leisten, indem wir die Gewerbesteuer stunden und die Sondernutzungsgebühren erlassen. Zudem wird es in Kürze Gespräche mit Vertretern des Einzelhandels geben, was wir noch tun können. Klar ist aber auch, dass wir als Stadt im Stärkungspakt keine großen finanziellen Mittel verteilen können.“

Wer in der Corona-Krise dennoch ein Geschäft eröffnen möchte, der kann sich seit Januar bei der Stadt melden. Nach Angaben der Stadt würden derzeit 36 Ladenlokale in Erdgeschosszonen infrage kommen.

 
 

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