NRW: SIE sorgten für heftige Diskussionen – und verschwinden jetzt aus den Städten

E-Scooter sorgten für hitzige Diskussionen in NRW. Jetzt verschwinden sie wegen der Corona-Krise langsam aus dem Stadtbild.
E-Scooter sorgten für hitzige Diskussionen in NRW. Jetzt verschwinden sie wegen der Corona-Krise langsam aus dem Stadtbild.
Foto: Henning Kaiser/dpa

Als sie in den Städten im Ruhrgebiet und in anderen Teilen von NRW gestartet sind, gab es große Diskussionen: Sie sind zu schnell, zu gefährlich und nehmen nur Platz weg waren die größten Argumente der Kritiker.

Die Gegenseite sah es als weiteren Schritt in Richtung E-Mobilität und damit die langfristige Abkehr von fossilen Brennstoffen. Es geht natürlich um E-Scooter. In der Corona-Krise haben die Anbieter jedoch massiv mit sinkenden Ausleih-Zahlen zu kämpfen. Das hat auch Folgen für die Stadtbilder in NRW.

NRW: E-Scooter werden wegen Corona zur Rarität

Der E-Scooter-Markt gilt als umkämpft, es gibt viele verschiedene Anbieter. Eine der bekanntesten ist sicher das US-Unternehmen Lime, das sich mit Mitbewerber Tier ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Marktführerschaft liefert.

Die Corona-Krise macht Lime dabei besonders zu schaffen. Zunächst hatte der Anbieter angekündigt, seine Scooter regelmäßiger reinigen und desinfizieren zu wollen. Schließlich besteht der Griff aus Kunststoff. Auf diesem Material, so der aktuelle Wissensstand, soll laut Bundesamt für Risikobewertung das Coronavirus etwa zwei bis drei Tage infektiös bleiben.

Hier verschwinden die Roller aus dem Stadtbild

Nur wenige Tage später kündigte Lime auf seiner Webseite einen noch drastischeren Schritt an: Die E-Scooter werden komplett eingesammelt. „Bis auf weiteres pausieren wir den Lime-Service, um Menschen zu helfen, sich nicht so viel in der Öffentlichkeit zu bewegen und sicher zu bleiben“, heißt es vom Anbieter. Wann der Verleih wieder möglich sein soll, ist noch nicht bekannt.

In NRW gibt es Lime in folgenden Städten:

  • Bochum
  • Bonn
  • Köln
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Essen

Dort werden die weiß-grünen Roller nun also von den Straßen verschwinden. Ob nun auch die anderen Anbieter nachziehen und ihre Roller einsammeln, steht noch nicht fest. Laut „Financial Times“ (Bezahlinhalt) soll zumindest auch E-Scooter-Anbieter Bird, der zuletzt das Berliner-Unternehmen Circ aufgekauft hatte, die Einstellung seines Angebotes planen.

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Roller-Ausleihen mit krasser Einbuße

Wie stark die Zahlen zu den ausgeliehenen Rollern bereits gesunken sind, verdeutlichen einige Zahlen aus Italien.

Innerhalb eines Monats sank die Nutzung in Mailand zum Vormonat um 70 Prozent, in Turin sogar um 81 Prozent. Ähnliches dürfte den Anbietern auch in NRW drohen.

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Falls du zu den Menschen gehörst, die gern mit den elektrischen Rollern unterwegs sind, solltest du wohl besser bald eine Spritztour unternehmen – wer weiß, wie lange das noch möglich ist. (dav)

 
 

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