Herdecke

NRW: Firma reinigt Seniorenheime während der Coronakrise – „Viel mehr Angst als zuvor“

Coronavirus in NRW: In Altenheimen gelten besondere Hygienevorschriften. (Symbolbild)
Coronavirus in NRW: In Altenheimen gelten besondere Hygienevorschriften. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Herdecke. Menschen ab 60 Jahren gehören zu Risikogruppe für einen schweren Corona-Verlauf. Zum Schutz vor dem Virus ist für sie ein hygienisches Umfeld jetzt besonders wichtig.

In den Seniorenheimen in NRW sorgen professionelle Reinigungskräfte für die nötige Sauberkeit – doch auch für sie werden die Bedingungen zunehmend schwieriger.

NRW: Reinigungskräfte sorgen für hygienische Sicherheit in Altenheimen und Co.

Weil die Personalsituation in der Altenpflege ohnehin angespannt sei, würde Tim Jessinghaus, Geschäftsführer bei AJP-Gebäudereinigung, gern mehr Reinigungskräfte in die Seniorenzentren schicken. „Die Senioren haben viel mehr Angst als zuvor“, berichtet er.

Üblicherweise werde dort unabhängig von Corona zwischen 9 und 11 Uhr gereinigt und desinfiziert, wegen der aktuellen Lage müsse das allerdings länger und öfter gemacht werden als bisher. Das heißt: Alles, was die Anwohner berühren – zum Beispiel Türgriffe und Nachttische – muss regelmäßig mit einem Flächendesinfektionsmittel abgewischt werden.

„Das Problem ist, dass zum Beispiel jede Türklinke nach jeder Berührung desinfiziert werden müsste. Das ist allerdings wegen der Personalsituation und der Arbeitszeiten kaum möglich“, weiß Jessinghaus.

Engpass bei den Mitarbeitern

Das Reinigungsunternehmen verteile frei gewordene Mitarbeiter, die zuvor etwa in nun geschlossenen Kitas tätig waren, nach Möglichkeit zwar auf Einrichtungen wie Seniorenzentren um. Das sei jedoch nicht immer möglich. Bei vielen Mitarbeitern handele es sich um Mütter mit Kindern, denen derzeit die Betreuungsmöglichkeit fehle.

Viele Mitarbeiter seien zudem als Minijobber beschäftigt. Für sie rentiere es sich finanziell nicht, eine bestimmte Stundenanzahl zu überschreiten. Bei anderen würde der Arbeitsweg zu lang, wenn sie beispielsweise von einer nun geschlossenen Kita auf ein Seniorenheim wechseln würden. Weil Minijobber nicht arbeitslosenversichert sind, steht ihnen außerdem kein Kurzarbeitergeld zu.

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Große Verantwortung

Die Angst vor der eigenen Ansteckung mit Viren im Allgemeinen und dem Coronavirus im Speziellen spielt bei Jessinghaus' Mitarbeitern weniger eine Rolle. Schon vor der Pandemie seien sie souverän mit Viren und deren potentiellen Gefahren umgegangen, zudem habe es zusätzliche Schulungen gegeben.

Die Reinigungskräfte tragen immer eine große Verantwortung für die Hygiene und Sicherheit in Seniorenzentren, sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeiter. Ihre Tätigkeit ist ein sehr wichtiger Faktor bei der Eindämmung des Coronavirus, so Jessinghaus.

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Jessinghaus: „Diese Arbeit ist extrem wichtig“

„Jetzt ist es besonders von Bedeutung, dass jede von ihnen weiß, wie extrem wichtig ihre Arbeit ist“, sagt Jessinghaus. „Derzeit gibt es viel Lob für Kassierer, Alten- und Krankenpfleger und so weiter. Das ist auch richtig so. Aber ich würde mir wünschen, dass auch die Leistung der Reinigungskräfte noch mehr gewürdigt wird." (vh)

 
 

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