Schwerte

NRW: Drastische Entwicklung! Unternehmer spricht Klartext: „Flüchtlinge sind ...“

Ulrich Benke leitet einen Handwerksbetrieb in NRW.
Ulrich Benke leitet einen Handwerksbetrieb in NRW.
Foto: Alexander Keßel

Schwerte. Sein Handwerksbetrieb in Schwerte (NRW) hat jahrzehntelange Geschichte. Einst hat Ulrich Benke die WBG Blechverarbeitung von seinem Vater Rudolf Benke übernommen.

Der Großteil der 18 Beschäftigten wurde im Betrieb selbst ausgebildet. Die dramatische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bereitet dem Geschäftsführer jedoch Sorgen.

NRW: Geschäftsführer klagt über Arbeitsmarkt

Sein kleines Unternehmen aus NRW bietet Lösungen für die Industrie, insbesondere Metallgehäuse für Hightech-Kameras. Mitarbeiter für solche speziellen Anfertigungen seien auf dem Arbeitsmarkt Mangelware, sagt Benke.

Deshalb sei der Betrieb schon immer auf die Ausbildung eigener Kräfte angewiesen gewesen. Doch in den letzten Jahren sei die Nachfrage nach Lehrstellen extrem eingebrochen.

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Die meisten suchen doch heute einen Job, wo es blinkt und hupt. Und am besten auch noch im Anzug, wo man ein bisschen tippen kann“, so der Unternehmer. Große Hoffnung setzt Benke deshalb auf Migration: „Flüchtlinge sind mal unsere Zukunft hier.“

Perspektive für und durch Flüchtlinge

Türkei, Italien, Irak oder Deutschland. Wo ein Mitarbeiter her kommt, das sei Benke völlig egal. „Da haben wir noch nie Unterschiede gemacht.“

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Die Lehrlinge nach ihm habe die WBG nur über ein Praktikum und Hörensagen bekommen. Initiativ-Bewerbungen? Fehlanzeige. Bei anderen Betrieben in der Branche sei es ähnlich, sagt Benke.

Dramatischer Lehrlings-Rückgang im Handwerk

Den Nachwuchsmangel bestätigt auch Tobias Schmidt von der Handwerkskammer Dortmund. Die Gründe dafür seien vielschichtig: Etwa die Konkurrenz vieler (Fach-)Hochschulen im Einzugsgebiet oder den grundsätzlichen demographischen Wandel.

Auch bundesweit lesen sich die Zahlen dramatisch: Wurden im Jahr 1998 noch 625.000 Lehrlinge im deutschen Handwerk gezählt, waren es laut „statista.de“ zwanzig Jahre später nur noch 368.000.

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Nach einem stetigen Rückgang, ist die Zahl der Lehrlinge in den letzten Jahren wieder leicht gestiegen.

„Was die Rechtspopulisten von sich geben, kann ich nicht nachvollziehen“

Das liege auch an Verträgen für Lehrlinge mit ausländischem Pass. Deren Anteil lag im Einzugsgebiet der Handwerkskammer Dortmund im Jahr 2018 bei etwa 14 Prozent. Tendenz steigend.

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Wie viele davon einen Flüchtlingshintergrund haben, das erfasst die Kammer allerdings nicht. Für Ulrich Benke jedenfalls steht fest, dass viele Handwerksbetriebe ohne den Zuzug aus dem Ausland zukünftig kaum mehr überleben könnten.

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Der WBG-Geschäftsführer begreift das als Chance: „Alle Flüchtlinge, die ich bisher kennengelernt habe, waren bereit zu lernen und zu arbeiten. Was da so die Rechtspopulisten manchmal von sich geben, dass ich kann ich nicht nachvollziehen.“

 
 

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