NRW: Schießerei in Gevelsberg – Ließen Polizistinnen verletzten Kollegen zurück?

NRW: Ließen die Polizistinnen ihren verletzten Kollegen bei der Schießerei in Gevelsberg wirklich zurück? (Symbolbild)
NRW: Ließen die Polizistinnen ihren verletzten Kollegen bei der Schießerei in Gevelsberg wirklich zurück? (Symbolbild)
Foto: imago images / Deutzmann

NRW. Im Mai 2020 soll die Polizei bei einer Routine-Verkehrskontrolle das Auto eines 37-Jährigen in Gevelsberg (NRW) angehalten haben, weil ein Drogen-Verdacht bei dem Mann bestand. Doch auch nachdem sie ihn um die Abgabe einer Urinprobe gebeten hatten, ahnten sie nicht, dass die Situation nur wenig später völlig eskalieren sollte. Es folgte nämlich eine wilde Schießerei, ein 28-jähriger Polizist wurde am linken Oberbauch getroffen und zu Boden geschleudert.

Vergangenen Mittwoch begann daraufhin der Prozess gegen den 37-jährigen Angeklagten. Und jetzt überschattet eine Frage das Gerichtsverfahren: Ließen Polizistinnen ihre verletzten Kollegen während der Schießerei zurück?

NRW: Schießerei in Gevelsberg – Ließen Polizistinnen ihren verletzten Kollegen zurück?

Der Fall aus in Gevelsberg (NRW) ist ohnehin kein alltäglicher. Doch jetzt beschäftigt die Justiz auch das Verhalten der damals bei dem Polizei-Einsatz anwesenden Beamtinnen. Zwei Polizistinnen (32, 37) kamen offenbar zufällig an dem Ort der Verkehrskontrolle vorbei und wollten ihren Kollegen eigentlich Unterstützung leisten.

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Dann sei ein Schuss gefallen. Anschließend sei die 37-Jährige vom Geschehen weggelaufen und habe sich vor der Motorhaube ihres Einsatzwagens in Deckung gebracht. Die 32-Jährige sieht nach eigener Aussage noch, wie ihr niedergeschossener Kollege auf dem Boden liegt, versteckt sich schließlich aber auch hinter der Motorhaube. Der älteren Polizistin zufolge hätten sie sich dann dazu entschieden, weiter vom Tatort, an dem die Schießerei weiter anhielt, zu flüchten. Darüber berichtet die „WAZ“.

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Das ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW):

  • ist das bevölkerungsreichste Bundesland mit 17.947.221 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • Landeshauptstadt: Düsseldorf
  • größte Stadt: Köln
  • seit 1949 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland
  • Ministerpräsident ist Armin Laschet (CDU), Regierungsparteien sind CDU und FDP

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Die Staatsanwaltschaft erhob deshalb bereits Anklage gegen die beiden Polizistinnen. Ende April werden sie sich wegen gemeinschaftlicher versuchter gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es ihre Pflicht gewesen wäre, ihren Kollegen beizustehen. Durch ihre Flucht hätten sie billigend in Kauf genommen, dass diese schwer verletzt werde. <<< Mehr dazu kannst du bei der „WAZ“ lesen >>>

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Angeklagter schießt erneut auf Polizisten – Festnahme Stunden später

Eine schusssichere Weste rettete dem angeschossenen Polizisten letztendlich das Leben. Nach weiteren Schüssen soll der Angeklagte dann zunächst mit dem Auto und später weiter zu Fuß geflüchtet sein. Der Zugriff gelang der Polizei erst knapp vier Stunden später in einem Hinterhof in Gevelsberg. Dabei erlitt der 37-jährige Täter eine Schussverletzung am Oberschenkel. Zuvor soll er aber auch dort noch einmal auf mindestens einen Polizisten geschossen haben.

Der Angeklagte steht daher jetzt wegen versuchten Mordes vor dem Hagener Schwurgericht und hat sich bislang nicht zu dem Tatvorwurf geäußert. Für den Prozess sind zunächst noch 15 Verhandlungstage bis Mitte März angesetzt. (dpa, nk)