NRW: Richter packt aus – und erzählt Schockierendes

In NRW veröffentlichte ein Richter ein Buch - darin rechnet er knallhart mit Kollegen und dem Justizsystem ab. (Symbolbild)
In NRW veröffentlichte ein Richter ein Buch - darin rechnet er knallhart mit Kollegen und dem Justizsystem ab. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia

Dieser Bericht erschüttert! Ein Richter aus NRW packt aus und verliert kaum ein gutes Wort über seinen Berufsstand. Die Vorwürfe des Richters vom Amtsgericht Dinslaken sind knallhart.

Nicht nur Kollegen, auch das Bildungssystem und sogar das gesamte Justiz-System bekommen ihr Fett weg. Über den Richter aus NRW, der ein Buch über seine Erfahrungen verfasst hat, schrieb die „Bild“.

NRW: Richter veröffentlicht schockierendes Buch

Richter Thorsten Schleif ist 39 und arbeitete schon in verschiedenen Gerichten in NRW. Aktuell ist er als Strafrichter am Amtsgericht Dinslaken tätig. Schon der Titel seines Buches lässt auf schockierende Entwicklungen im deutschen Justiz-System schließen.

Sein Buch trägt den Titel „Urteil: Ungerecht. Ein Richter deckt auf, warum unsere Justiz versagt“. Auf etwas mehr als 200 Seiten rechnet der 39-Jährige mit vielen Problemen im deutschen Rechtswesen ab. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund.

„Mehr Skandalurteile als bekannt“

„Es gibt viel mehr Skandalurteile als bekannt“, beklagt der Jurist. Ursache dafür sei auch die mangelhafte und viel zu realitätsferne Ausbildung an den Universitäten. „Es ist, als arbeite man nach einem Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein im Rettungsdienst“, so das vernichtende Urteil des Familienvaters.

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Auch das Gehalt sei als Richter weit weniger attraktiv als bei großen Kanzleien. Viele junge und engagierte Juristen würde es deswegen eher dorthin ziehen als in das Richteramt.

Vorwürfe an Kollegen

Ganz besonders kritisch steht Schleif einigen Kollegen gegenüber. Ihnen wirft er in der „Bild“ Arroganz vor, da sie die Richtigkeit eigener Urteile meist gar nicht hinterfragen würden. Dies sei gleichzeitig auch ein Symptom von fehlendem Selbstbewusstsein.

Das spiegele sich vor allem bei der Ansetzung des Strafmaßes wieder. Dort hätten viele Kollegen nicht den Mut, unbequeme und harte Urteile zu fällen. Schleif spricht von einem „Hang zur Bequemlichkeit“.

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Langfristig könnte dies, so Schleifs Einschätzung, zu einem Problem für das Rechtssystem werden: „Wenn Urteile dem natürlichen Gerechtigkeitsempfinden von Juristen und Nichtjuristen gleichermaßen widersprechen, knallt das Rechtssystem irgendwann an den Boden.“

Der Deutsche Richterbund, der größte Berufsverband von Richtern und Staatsanwälten in Deutschland, wollte zu den Vorwürfen von Schleif auf Anfrage von DER WESTEN keine Stellung nehmen. (dav)

 
 

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