NRW: Rebellion gegen Corona-Lockdown – DAS sorgt jetzt für mächtig Verwirrung

„Wirmachenauf“ war das Motto des Protests gegen den Corona-Lockdown. Doch kurz vor dem geplanten Start wurde die Aktion um eine Woche verschoben. (Symbolbild)
„Wirmachenauf“ war das Motto des Protests gegen den Corona-Lockdown. Doch kurz vor dem geplanten Start wurde die Aktion um eine Woche verschoben. (Symbolbild)
Foto: imago images / Ralph Peters

Es hätte die große Rebellion gegen den Corona-Lockdown werden sollen – jetzt ist sie erst einmal um eine Woche verschoben.

Unter dem Motto „Wir machen auf“ hatte der Krefelder Kosmetikstudiobetreiber Macit Uzbay für die Öffnung der Läden am heutigen Montag getrommelt. Doch kurz vorher hat der Mann aus NRW die Aktion um eine Woche verschoben.

NRW: Krefelder Unternehmer verschiebt unkontrollierte Ladenöffnung

„Mir steht das Wasser bis zum Hals. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich meinen Laden um 10 Uhr aufsperren“, erklärt Uzbay auf dem Telegram-Kanal, der inzwischen 60.000 Follower hat.

Doch stattdessen folgte kurzfristig ein Rückzieher. Er wolle seinen Laden nun am 18. Januar öffnen. Bis dahin wolle er seine Initiative auf juristische Beine stellen und der Regierung eine Frist setzen, den Lockdown bis zum 17. Januar zu beenden. Dazu hat er ein Schreiben an den Bundestag, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Krefelds Oberbürgermeister Frank Meye gerichtet.

Das Ordnungsamt und die Polizei schauten am Montag trotzdem in seinem Kosmetikstudio vorbei. Bilder davon postete Uzbay auf Telegram. „Der Kosmetiker, der eine Ladenöffnung angekündigt hatte, hat seinen Laden nicht geöffnet. Insofern war ein Einschreiten hier nicht erforderlich“, teilte die Stadt Krefeld (NRW) auf DER WESTEN-Anfrage mit. Der Kommunale Ordnungsdienst war und sei im Stadtgebiet unterwegs gewesen, um eine eventuelle Ladenöffnung oder anderweitige Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung zu überprüfen.

Aufruf sorgt für gespaltene Meinungen

Der Mann aus Krefeld ist innerhalb kurzer Zeit zum Gesicht des Widerstands geworden. Aus einem trotzigen „#Ichmacheauf“ ist eine kleine Bewegung geworden, Ortsgruppen im ganzen Land sind entstanden.

Doch seine Sache wurde eben auch von Corona-Leugnern und Querdenkern vereinnahmt. Uzbay selbst war in der Vergangenheit durch das Teilen von Verschwörungstheorien aufgefallen und hatte die Corona-Gefahr heruntergespielt. Verschiedene Medienberichten zufolge soll er auch Kontakte zu führenden Köpfen der Querdenker-Bewegung haben. Er selbst bestreitet jedoch, der Bewegung anzugehören.

Auch sein Aufruf, den Lockdown zu beenden, spaltet, wie nur diese beiden Google-Bewertungen seines Kosmetikstudios zeigen:

  • „Dieser Unternehmer fährt eine Kampagne gegen die Corona Maßnahmen und stachelt andere dazu auf die Regeln zu mißachten. Einer der Leugner, die vom Staat Geld kassieren, aber trotzdem rumheulen. Wegen solchen Typen müssen wir uns alle noch länger einschränken.“
  • „Absolut nur zu empfehlen! gerade in Covid Zeiten, wo sich die Spreu vom Weizen trennt.“

Symbolische Öffnung der Läden

Statt seinen Laden zu öffnen, hat der Krefelder nun erst einmal dazu aufgerufen, sich der Aktion „Wir machen AUF_merksam“ anzuschließen. Dahinter stecken Uwe Bernecker vom Frankfurter Modelabel Funky Staff und Günter Nowodworski, Inhaber der Agentur Now Communication.

Sie rufen Händler dazu auf, sich ein Plakat herunterzuladen und es ausgedruckt ins Schaufenster zu hängen. Mit Fotos davon wolle man unter dem Hashtag #WirmachenAUFmerksam die kritische Lage der Einzelhändler verdeutlichen.

„Viele Händler, insbesondere in der Modebranche, handeln mit ,verderblicher‘ Ware. Wenn die für die laufende Saison eingekaufte Ware nicht verkauft wird, so muss sie nahezu komplett abgeschrieben werden“, heißt es auf der eigens für die Protestaktion ins Leben gerufenen Seite Freunschaftsdienst.eu.

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„Wir halten uns an Regeln und Vorschriften!“

Doch die Initiatoren betonen, dass es sich bei ihrer Aktion nur um eine symbolische Öffnung handele: „Wir rufen nicht zur Teilnahme an Demos auf und wir rufen auch nicht dazu auf, alle Läden einfach zu öffnen. Wir halten uns an Regeln und Vorschriften! Viele unter uns teilen bestimmt nicht die Meinung der Regierung, dennoch sind wir bereit die angeordneten Maßnahmen zu befolgen. Jedoch nicht zu jedem Preis.“ (ms)

 
 

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