NRW: Beamter der Polizei Hamm soll Mitglied rechter Terror-Zelle sein – „Wir sind bestürzt“

Die Polizei nahm in der vergangenen Woche eine Terror-Zelle hoch.
Die Polizei nahm in der vergangenen Woche eine Terror-Zelle hoch.
Foto: dpa

Ein Beamter der Polizei aus Hamm (NRW) steht unter Verdacht, Mitglied einer rechtsterroristischen Zelle zu sein. Die Polizei Hamm bestätigte das am Mittwochabend in einem Statement und räumte Fehler ein.

Schon nach der Festnahme am Freitag gab Innenminister Herbert Reul (CDU) an, dass einer der Verdächtigen ein Verwaltungsbeamter bei der NRW-Polizei sei. Welche Rolle er in der Gruppierung eingenommen hat, war zunächst unklar.

Der Verwaltungsbeamte ist einer von zwölf Beschuldigten, die in der vergangenen Woche festgenommen wurden. Sie stehen im Verdacht, Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime geplant zu haben.

„Wir sind bestürzt darüber“, heißt es. Der Polizeibeamte wurde unverzüglich vom Dienst suspendiert, weitere disziplinarrechtliche Maßnahmen wurden eingeleitet.

Hamm/NRW: Mutmaßlicher Rechtsterrorist in der Polizei Hamm

Weiter gibt das Polizeipräsidium Hamm zu, die Personalie des Mannes nicht ausreichend geprüft zu haben. Dazu zählt sein Handeln in der Vergangenheit, seine Nutzung von Fahnen, Emblemen und die Schreibweise des Mannes.

Was konkret damit gemeint ist, ließ die Polizei offen, räumt aber ein: „Die einzelnen Sachverhalte hätten besser zusammengeführt werden müssen, um sie ganzheitlich bewerten und frühzeitiger ein Diziplinarverfahren einleiten zu können.“

Am Freitagmorgen waren in Nordrhein-Westfalen vier Wohnanschriften durchsucht worden: Zwei in Minden, eine in Porta Westfalica und eine in Hamm. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass fünf mutmaßliche Rechtsextremisten die Terrorgruppe gegründet und Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben.

Acht weitere Verdächtige sollen sie dabei unterstützt haben, unter anderem mit Geld und Waffen. Die Durchsuchungen fanden an insgesamt 13 Orten auch in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt statt. Alle Festgenommenen sind Deutsche und Männer. (jg mit dpa)

 
 

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