Hagen

NRW: Polizisten posten bewegende Nachricht: „Wir alle verfluchen diesen verdammten Sonntag“

Die Polizei in Hagen postet auf Facebook einen emotionalen Brief.
Die Polizei in Hagen postet auf Facebook einen emotionalen Brief.
Foto: imago images / Eibner

Hagen. Es sind emotionale Zeilen. Bewegende Sätze, die deutlich machen, dass in den Polizeiuniformen echte Menschen stecken. Menschen, die trauern, mitfühlen, niemals vergessen werden.

Ein Facebook-Eintrag der Polizei Hagen (NRW) sorgt für Aufsehen im Netz. Es ist eine liebevolle, aber auch sehr schmerzliche Erinnerung.

NRW: Polizei Hagen postet bewegende Facebook-Nachricht

„Lieber Bulli“, heißt es in der Anrede im Brief der Polizei Hagen. Ein Kosename. Gemeint ist Michael Erkelenz.

Der Beamte starb am 7. August 1999 im Alter von lediglich 37 Jahren. Nach einem schicksalhaften Diensteinsatz. Sein Tod ist allen NRW-Polizisten bis heute eine Mahnung. Er hätte verhindert werden können, wenn Erkelenz besser geschützt gewesen wäre.

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Ein 24-jähriger, mehrfach vorbestrafter Drogendealer schießt dem Polizisten bei einer Kontrolle mitten in die Brust. Danach flüchtet der Täter in einen Garten und tötet dort eine Lehrerin vor den Augen ihres damals zwölfjährigen Sohnes. Zuletzt richtet er die Waffe auf sich selbst und beendet sein eigenes Leben.

Eine Tragödie für die Stadt Hagen, deren Hintergründe bis heute rätselhaft sind – und ein Vorfall, der auch für die Polizisten in ganz NRW unvergessen bleibt.

Polizeisprecher Tino Schäfer, der bereits 2016 einen ähnlichen Facebook-Brief zur Erinnerung an seinen toten Kollegen schrieb, erklärte es damals gegenüber der Bild so: „Er mahnt uns täglich, wie gefährlich unser Beruf ist.“

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Tatsächlich trägt Michael Erkelenz damals keine Schutzweste. Obwohl er eine besitzt, die er sich selbst aus den USA gekauft hatte. Nur eben ausgerechnet vor diesem Routineeinsatz an diesem heißen Sommertag nicht umgelegt. Ein verhängnisvolles Versäumnis.

„Bulli“ stirbt nicht gleich am Tatort. Nach dem Schuss am 1. August kämpft er noch mehrere Tage in der Klinik um sein Leben. Schließlich aber sind die Ärzte machtlos.

Heute sind seine Kollegen besser geschützt. Die Polizei Hagen schreibt: „Du würdest 'Deine Polizei' heutzutage nicht mehr wiedererkennen. Wir haben dienstliche Schutzwesten, ballistische Schutzhelme, Bodycams, hochmoderne Streifenwagen und noch vieles vieles mehr, das uns die Arbeit erleichtert und vor allem unseren täglichen Dienst deutlich sicherer macht.“

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Zuletzt folgt der emotionale Abschluss des Briefes: „Wir alle verfluchen diesen verdammten Sonntag, an dem wir Dich – lieber Bulli – leider verloren haben. Wir werden Dich niemals vergessen! Deine Hagener Kolleginnen und Kollegen.“

Das bewegt auch viele Facebook-Nutzer, die im Kommentarbereich auf diesen Brief antworten:

  • „Sehr schön geschrieben. Vielleicht sollten diese Erinnerungen auch mal unsere Politiker lesen. Vielleicht wird ihnen dann mal wieder klar was unsere Polizei jeden Tag leistet unter Einsatz ihres Lebens.“
  • „Ich bin stolz auf unsere Polizei. Ich habe nur gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Sie bräuchten nur viel mehr Rückendeckung von oben, die müssen sich viel zu viel gefallen lassen. Danke für Euren Einsatz und passt alle gut auf Euch auf.“
  • „Schöne ergreifende Worte. Ihr wart bestimmt ein tolles Team. Vielen Dank für eure tägliche Bereitschaft den Kopf hinzuhalten. Bleibt gesund.“

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