NRW: Sein Pausenbrot war voller Gift – junger Mann (26) stirbt

Der Fall aus Bielefeld (NRW) schockierte. Ein Mann vergiftete 2016 die Pausenbrote mehrerer Kollegen. Nun ist einer von ihnen verstorben. (Symbolbild)
Der Fall aus Bielefeld (NRW) schockierte. Ein Mann vergiftete 2016 die Pausenbrote mehrerer Kollegen. Nun ist einer von ihnen verstorben. (Symbolbild)
Foto: imago images / imagebroker

Bielefeld. Es war ein unfassbarer Fall in Bielefeld, der 2018 bekannt wurde: Über 18 Jahre hatte ein Mann die Pausenbrote seiner Arbeitskollegen vergiftet. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten zwischenzeitlich in 21 Todesfällen.

Eines seiner Opfer lag seit Jahren im Wachkoma, war ein Pflegefall. Nun ist der 26-Jährige in Bielefeld verstorben. Das bestätigte das Landgericht Bielefeld gegenüber DER WESTEN.

Bielefeld: Junger Mann stirbt nach Pausenbrot-Vergiftung

Der Täter, Klaus O. (57), wurde Anfang vergangenen Jahres zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht ordnete zudem eine Sicherungsverwahrung an. O. hatte mehrere Arbeitskollegen in seinem Betrieb in der Nähe von Bielefeld vergiftet, indem er gefährliche Substanzen auf ihre Pausenbrote streute.

+++ Köln: Anrufer melden Rauch über dem Dom – unfassbar, was dahintersteckt +++

Vor Gericht traten damals auch zwei ehemalige Kollegen und Opfer von O. auf, beide sind nierenkrank. Ein Dritter, Nick N., erlitt einen Hirnschaden, galt als unheilbar und Pflegefall. O. soll ihm Quecksilber in sein Essen gemischt haben.

„Nick N. existiert nur noch als die leibliche Hülle seiner selbst. Alle Funktionen, die das Leben lebenswert machen, sind ausgeschaltet. Aber er wird noch geliebt“, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Bielefeld bei der Urteilsbegründung sehr laut. Nun ist Nick tot, mit 26 Jahren verstorben.

Guiskard Eisenberg, Pressesprecher des Landgerichts Bielefeld, erklärte gegenüber DER WESTEN, das Gericht sei am Mittwoch vom Tod des Mannes informiert worden. Ob er auch am Mittwoch verstorben sei, konnte der Pressesprecher nicht sagen. Man prüfe nun, ob Nick N. obduziert werden soll.

Videokamera überführte den Täter

Aufgeflogen war der Täter, weil einem Mitarbeiter ein weißes Pulver auf seinem Pausenbrot aufgefallen war. Er schaltete die Leitung der Firma ein. Die installierte im Pausenraum eine Überwachungskamera.

Die Aufnahmen zeigten Schockierendes: Mehrmals streute O. in unbeobachteten Momenten weißes Pulver auf Brote seiner Kollegen. Auch bei seiner Verhaftung im Mai 2018 führte der Mann eine kleine Flasche mit einer pulvrigen Substanz mit sich. In seiner Wohnung befanden sich mehrere giftige Substanzen.

---------------------------------

Weiteres zum Fall der vergifteten Pausebrote:

Mann vergiftete jahrelang die Pausenbrote seiner Kollegen: Mutter des Opfers beschimpft Angeklagten im Gericht

Prozess: Mann (57) soll Kollegen mit Pausenbroten vergiftet haben – Anklage vermutet ekelhaftes Motiv

Bielefelder vergiftete Pausenbrote seiner Kollegen: Die Konsequenzen werden die Männer bis ans Lebensende spüren

Vergiftete Pausenbrote und 21 Tote: Details zum Fall lesen sich wie ein Krimi

--------------------------------

Im Rahmen der Ermittlungen untersuchten Polizei und Staatsanwaltschaft auch rückwirkend 21 Todesfälle seit dem Jahr 2000. Dabei handelte es sich um ehemalige Mitarbeiter der Firma, die vor ihrem Ruhestand verstarben.

Warum der Mann seine ehemaligen Mitarbeiter vergiftete, blieb ein Rätsel. Die Anklage vermutete damals, dass er den langsamen körperlichen Verfall der Kollegen beobachten wollte. (dav mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN