NRW: Oberhausenerin zieht mit ihren Kindern zum IS – was mit ihrem Sohn passiert, macht sprachlos

Der IS hat für große Zerstörung gesorgt und viele Menschen in Flüchtlingscamps in Syrien und den Nachbarländern getrieben. Auch eine Frau aus NRW muss sich nun für den Terror verantworten. (Symbolbild)
Der IS hat für große Zerstörung gesorgt und viele Menschen in Flüchtlingscamps in Syrien und den Nachbarländern getrieben. Auch eine Frau aus NRW muss sich nun für den Terror verantworten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Sebastian Backhaus

Düsseldorf/Oberhausen. Der Fall hatte deutschlandweit für Bestürzung gesorgt: Die 32-Jährige Carla S. aus Oberhausen war im Herbst 2015 gemeinsam mit ihren drei Kindern aus NRW nach Syrien übergesiedelt, um sich dort dem terroristischen Kampf des Islamischen Staats anzuschließen.

In einem Monat soll der Prozess gegen die Terrorverdächtige vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf (NRW) beginnen. Die Staatsanwaltschaft gab nun an, für welche Taten sich S. auf der Anklagebank verantworten muss.

NRW: Frau (32) zog mit ihren Kindern nach Syrien

Dass dieser Prozess kein gewöhnliches Verfahren sein wird, verrät bereits der Ort, an dem er stattfinden wird. Der Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf gilt als eines der modernsten seiner Art, ist abgesichert wie eine Festung. Hier wird nicht über Ladendiebstahl oder Betäubungsmittelfälle gesprochen. Es geht um Terrorismus und Schwerkriminalität.

Terrorismus – so lautet verkürzt auch die Anklage des Generalbundesanwalts gegen Carla S.. Die komplette Liste der Anklagepunkte ist deutlich länger:

  • Mitgliedschaftliche Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland
  • Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz
  • gemeinschaftliche Körperverletzung
  • Kriegsverbrechen gegen Personen
  • Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht
  • Entziehung dreier Minderjähriger mit eingetretener konkreter Todesgefahr, davon in einem Fall mit Todesfolge

Carla S. soll in Syrien den IS unterstütz haben. Die Geschichte der jungen Frau und ihrer Familie – sie ist traurig wie tragisch.

Frau zog es ins Epizentrum des IS

Im Herbst 2015 reiste Carla S. gemeinsam mit ihren drei Kindern (damals drei, sechs und sieben Jahre alt) über die Niederlande in die Türkei und weiter nach Syrien. Ihr Ehemann war mit der Ausreise der Kinder nicht einverstanden. S. nutzte deswegen eine berufsbedingte Abwesenheit ihres Mannes aus und setzte sich ab. Er blieb hilflos in Deutschland zurück, hatte keinen Einfluss mehr auf das Leben seiner Frau und der Kinder.

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In Syrien zog S. in die Stadt Raqqa. 2013 war die Stadt durch den IS erobert worden. Es war die größte Stadt unter seiner Kontrolle, wurde inoffiziell als dessen Hauptstadt bezeichnet. Erst 2017 gelang die Zurückeroberung durch die Demokratischen Kräfte Syriens mit Unterstützung der USA.

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In Raqqa heiratete S. einen IS-Kämpfer, bekam im Mai 2017 sogar ein Kind mit ihm. Zuvor hatte sie vergeblich versucht, ihren Ehemann ebenfalls zur Reise nach Syrien zu bewegen. S. wickelte für den IS Finanzgeschäfte ab, lernte aber auch selbst den Kampf an der Waffe und wurde Mitglied der aus Frauen bestehenden IS-Kampfeinheit „Katiba Nusaiba“. In ihrem Besitz befand sich zudem eine Handgranate, mit der sie laut Generalbundesanwaltschaft „bei einem gegnerischen Angriff möglichst viele Gegner, sich und ihre Kinder“ töten sollte.

Sohn wiederfährt unfassbare Tragödie

Ihre Kinder ließ S. ganz im Sinne des IS religiös unterrichten. Dabei mussten die hilflosen Kinder auch eine öffentliche Hinrichtung ansehen. Doch damit nicht genug. Im Alter von gerade einmal sieben Jahren steckte sie ihren Sohn in ein Ausbildungslager der Terrororganisation. Dort musste das Kind sogar mit Schusswaffen trainieren – eine schreckliche Lage für den Jungen. Sie war sogar so dramatisch, dass er gegenüber seiner Mutter die Ideologie der Terrororganisation hinterfragte. Was Carla S. darauf tat, ist einfach unfassbar.

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Statt auf ihr Kind Rücksicht zu nehmen, soll sie den Jungen bei der „Religionspolizei“ in Raqqa gemeldet und eine körperliche Züchtigung veranlasst haben. Der tragischste Vorfall sollte jedoch erst noch folgen: 2018 verstarb der Sohn bei einem Raketenangriff.

Auch der Ehemann von Carla S. verstarb bei einem Raketenangriff. Im Dezember 2018 wurde S. bei dem Versuch, Syrien zu verlassen, verhaftet. Danach wurde sie in einem Lager im Norden von Syrien nahe der türkischen Grenze gefangen gehalten.

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Zum Jahresbeginn 2019 gab es erste kontroverse Debatten um die Rückholung deutscher IS-Anhänger in syrischer Haft. Im April wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht: Carla S. wurde nach Deutschland eingeflogen, als erste deutsche IS-Gefangene. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Der Prozessauftakt ist für den 6. März vorgesehen. (dav)

 
 

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