Hagen

NRW: Nicht zu fassen, wie viel Pfand dieser Bier-Brauer pro Kiste nimmt – das steckt dahinter

NRW: Die Brauerei Vormann hat das Pfand für ihre Bierkisten deutlich angehoben. (Symbolbild)
NRW: Die Brauerei Vormann hat das Pfand für ihre Bierkisten deutlich angehoben. (Symbolbild)
Foto: imago images / Gerhard Leber

Hagen. 1,50 Euro Pfand zahlst du an der Supermarktkasse auf eine Kiste Bier. Für die Brauerei Vormann aus Hagen (NRW) zu wenig: Sie haben die Pfandgebühr bei einigen Sorten Bier angehoben – und zwar fast um das Zehnfache.

In Zahlen: 10,50 Euro zahlst du dort ab sofort an Pfand für den Kasten Vormann Export, Rotgold und Weizen. Der Brauer Christian Vormann aus Hagen (NRW) beklagt in der „Westfalenpost“: „Mir blieb gar keine andere Wahl, wenn ich nicht möchte, dass mein Betrieb zugrunde geht.“

NRW: Extremes Pfand überrascht

Schuld daran: Die Entwicklung beim Leergut, die vielen kleinen Brauereien an die Substanz geht. Für viele Großhändler lohne es sich demnach nicht, ein paar Pfandkisten zu den kleinen Brauereien zurückzubringen.

Das liege daran, dass ein Großteil des Leerguts mittlerweile über Logistikzentren in immer größerer Entfernung zu den Produzenten verschickt werde. Eine Palette mit 40 leeren Bierkisten bringe 124 Euro – nicht genug Geld, um dafür einen Lkw quer durch NRW zu schicken.

Das passiert mit den Getränkekisten

Stattdessen würden Unternehmen das Pfandgut schreddern und den so gewonnenen Rohstoff weiterverkaufen. Damit verdienen sie etwa so viel, wie das Pfand wert sei.

Vormann: „Die Glasflaschen und der Rahmen aus stabilem Kunststoff werden dadurch wie ein Ein-Weg-Produkt behandelt. Das ist nicht nur ökologisch unsinnig. Für unser Pfandsystem ist es katastrophal.“

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Pfandsystem funktioniert nicht für Kleinbetriebe

Nicht nur für die Umwelt ist das schädlich, sondern auch für seine Brauerei. Weil er nur wenig Leergut zurückbekommt, muss Vormann ständig neue Kisten und Flaschen anschaffen.

Für 20 Glasflaschen und eine Kiste macht das rund 10,50 Euro – an Pfand erhält er vom Kunden pro Stück 3,10 Euro. Ein kostspieliger Verlust, wenn die Kiste nicht zurückkommt.

Mit den erhöhten Pfandgebühren will er das ausgleichen. Was das zur Folge hat, erfährst du in der „Westfalenpost“. (vh)

 
 

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