NRW: Nach Gift-Tod von Schwangeren in Köln – Apothekerin angeklagt

Die Heilig-Geist-Apotheke in Köln (NRW): Von hier stammt das vergiftete Glukosemittel, durch das eine Schwangere und ihr Baby starben.
Die Heilig-Geist-Apotheke in Köln (NRW): Von hier stammt das vergiftete Glukosemittel, durch das eine Schwangere und ihr Baby starben.
Foto: picture alliance/dpa

Der tragische Tod einer schwangeren Frau und ihrem Baby in Köln, die nach der Einnahme eines Glukosemittels starben, erschütterte ganz NRW – jetzt wurde Anklage gegen eine Apothekerin erhoben.

NRW: Apothekerin wegen fahrlässiger Tötung und Mord durch Unterlassen angeklagt

Ein Jahr nach dem Tod der 28-jährigen Schwangeren, die vergiftete Glukose zu sich genommen hatte, wird die Apothekerin der „Heilig-Geist“-Filiale in Köln (NRW) von der Staatsanwaltschaft angeklagt.

Sie wirft der 50-Jährigen fahrlässige Tötung wegen der mit Lidocainhydrochlorid (Betäubungsmittel) verunreinigten Glukosemischung vor.

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Das ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW):

  • das bevölkerungsreichste Bundesland mit 17.947.221 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • Landeshauptstadt: Düsseldorf
  • größte Stadt: Köln
  • seit 1949 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland
  • Ministerpräsident ist Armin Laschet (CDU), Regierungsparteien sind CDU und FDP
  • am 13. September 2020 findet in NRW die Kommunalwahl statt

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Demnach wurde das Betäubungsmittel früher in der Apotheke in einem ähnlichen Gefäß gelagert wie die Glukose. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen deshalb von einer versehentlichen Verwechslung aus.

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Außerdem hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mord durch Unterlassen erhoben – weil die Apothekerin dem behandelnden Krankenhaus, in dem die 28-jährige Frau und ihr Baby um ihre Leben rangen, die mögliche Lidocainvergiftung verschwieg.

NRW: Anwalt weist Vorwürfe zurück

„Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeschuldigte durch Hinweise (...) nach Kontrolle der eigenen Bestände und nach einer Besprechung mit ihren Mitarbeitern spätestens um die Mittagszeit wissen musste, dass bei den später Verstorbenen eine Lidocainvergiftung als Ursache für den schlechten Gesundheitszustand in Betracht kommt“, so das Landgericht Köln.

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Wäre das Krankenhaus informiert worden, hätten Mutter und ungeborenes Kind „vergiftungsspezifisch behandelt werden können“ – aber ob ihre Leben dadurch hätte gerettet werden können, ist unklar.

Die Verteidiger der Beschuldigten weisen die Vorwürfe als „vollkommen abwegig“ zurück. Ihre Mandantin sei weder verantwortlich für die Verunreinigung, noch habe sie etwa verheimlichen wollen. Sie habe sogar das Glukosegefäß direkt nach dem Zusammenbruch der Schwangeren an die Klinik ausgehändigt – daher werde sich ihre Unschuld in einem weiteren Verfahren herausstellen.

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NRW: Schwangere war im September 2019 nach Diabetes-Test gestorben

Die tote 28-Jährige war nach der Einnahme einer Glukosemischung, die als Diabetestest gilt, im September 2019 in der Praxis ihres Gynäkologen zusammengebrochen. Sie starb kurz danach im Krankenhaus, genauso ihr ungeborenes Baby.

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Eine andere Schwangere, die zwei Tage vorher nur einen Schluck der verunreinigte Lösung zu sich genommen hatte, erholte sich von der Vergiftung.

Ob die Anklageschrift gegen die Apothekerin in Köln (NRW) zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird, muss das Landgericht Köln noch entscheiden. (kv, dpa)

 
 

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