Moers

NRW/Moers: Mutter (43) stirbt nach illegalem Rennen von Raser (22) aus Duisburg – dieser Satz vor Gericht schockiert

NRW: Bei einem illegalen Autorennen in Moers kam eine Frau ums Leben. Die Fahrer stehen nun vor Gericht.
NRW: Bei einem illegalen Autorennen in Moers kam eine Frau ums Leben. Die Fahrer stehen nun vor Gericht.
Foto: Roland Weihrauch/dpa; Polizei Duisburg/dpa (Montage: DER WESTEN)

Moers. Zwei testosterongeladene Männer in PS-starken Autos liefern sich ein Rennen auf einer Wohnstraße in Moers (NRW). Einer kracht in den Kleinwagen einer unbeteiligten Frau. Drei Tage später ist sie tot.

Diese dramatische Geschichte soll sich so am Abend des Ostermontags 2019 in Moers (NRW) ereignet haben. Die beiden mutmaßlichen Fahrer (beide 22, aus Duisburg) müssen sich seit Montag vor dem Landgericht Kleve verantworten. Einem von ihnen wird Mord vergeworfen.

NRW: Prozess gegen Totraser von Moers

Die beiden Duisburger gaben zum Prozessauftakt bereits zu, das Rennen auf der zweispurigen Wohnstraße in Moers abgehalten zu haben. Staatsanwältin Julia Pöschel spricht in der Anklageschrift von zwei Autos mit über 550 und 600 PS, die im April des letzten Jahres über den Asphalt bretterten. Der des Mordes angeklagte Duisburger kosovarischer Herkunft soll seinen Mercedes-AMG dabei auf über 160 km/h beschleunigt haben.

An einer Kreuzung kam es dann zu der schrecklichen Tragödie. Eine 43-jährige Frau wollte mit ihrem Kleinwagen in die Straße einbiegen. Laut Staatsanwaltschaft konnte sie die Fahrzeuge der Raser zwar sehen, aber nicht erkennen, dass hier gerade ein rasantes Rennen stattfand. Der Unfallfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Mit großer Wucht rammte er das Heck des Kleinwagens. Dieser krachte in ein geparktes Auto und gegen einen Baum, die Fahrerin wurde herausgeschleudert. Drei Tage später verstarb sie.

Auch eine Passantin hätte es fast erwischt. Hätte sie sich nicht zufällig zu ihrem Hund hinuntergebeugt, wäre sie sehr wahrscheinlich von dem Reserverad erwischt worden, das beim Unfall aus dem Kleinwagen katapultiert wurde.

Staatsanwältin: Mögliche Todesopfer seien dem Raser „gleichgültig gewesen“

Der mutmaßliche Todesfahrer wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Seine Anklage hat es in sich: Mord, Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge – und das ohne Führerschein und mit dem Auto seines Vaters.

Die Staatsanwältin ist sich sicher: Dem 22-Jährigen sei es gleichgültig gewesen, dass im Falle eines Unfalls Menschen sterben könnten. Er habe die Gefahr für Leib und Leben anderer Menschen in Kauf genommen und habe mit einem Zusammenstoß rechnen müssen.

Dessen Anwalt sieht es anders und schockt mit diesem Satz. Sein Mandant sei davon ausgegangen, „dass alles gut gehen würde“ und es nicht zu einem Unfall kommen würde.

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Der zweite Angeklagte soll mit drei Bekannten in einem Range Rover unterwegs gewesen sein. Er ist „lediglich“ wegen der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge angeklagt. Nach dem Unfall soll er sogar mit seinen Beifahrern Erste Hilfe geleistet haben, so die Anklage.

Der Ehemann des Opfers und die volljährigen Kinder sind Nebenkläger in dem Verfahren. Sie wohnten auch weiterhin im dem Viertel und kämen immer wieder an der Unfallstelle vorbei, sagte ihr Anwalt Christian Stieg. Zu Prozessbeginn waren die Angehörigen aber nicht bei Gericht. (at, mit dpa)

 
 

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