NRW: Clan-Fehde eskaliert – Mann wirft Molotow-Cocktail, um ganze Familie auszulöschen

NRW: Prozess nach Brandanschlag auf Wohnhaus

Nach einer Familienclan-Fehde startete vor dem Landgericht in Mönchengladbach der Prozess.

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Mönchengladbach. Es hätte für eine ganze Familie tödlich enden können!

Prozessauftakt am Landgericht Mönchengladbach (NRW) am Dienstagmorgen. Der erwartet große Andrang ist ausgeblieben. Der Auftakt nach einer Stunde vorbei. Dabei birgt das Verfahren gegen zwei Männer aus Duisburg gehörig Sprengstoff.

NRW: Familienfehde vor Gericht in Mönchengladbach

Denn das Gericht um den Vorsitzenden Richter Lothar Beckers hatte es mit einer Eskalation zwischen zwei Clan-Familien aus NRW zutun.

Zurückgegelte Haare, Brille, breites Grinsen - nicht nur optisch sehen sich Ricardo C. (25) und Maximilian S. (20) ähnlich. Auch ihr Werdegang liest sich gleich. Beide haben die Förderschule ohne Abschluss verlassen, sind arbeitslos. Am Dienstag sitzen sie gemeinsam auf der Anklagebank.

Ihnen wird vorgeworfen, am 11. Oktober vergangenen Jahres nachts gegen 1 Uhr zum Haus einer verfeindeten Roma-Familie in der Mönchengladbacher Nordstraße gefahren zu sein, um die darin schlafenden elf Menschen, darunter fünf Kinder, zu töten.

Ricardo C. soll dabei zunächst eine mit Wasser gefüllt Whiskeyflasche durch das Schlafzimmerfenster der dort lebenden Eheleute geworfen zu haben. Sein Schwager Maximilian S. habe ihn laut Anklage dabei unterstützt und ermutigt, diesen tödlichen Plan auszuführen.

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Molotow-Cocktail zündete nicht

Durch das zerbrochene Fenster warf er dann einen zuvor präparierten, entzündeten Molotow-Cocktail ins Haus, ist sich die Staatsanwaltschaft sicher. Nur weil der tödliche Brandsatz nicht durchzündete, passierte in dem Altbau-Wohnhaus nichts schlimmeres.

Die beiden Angeklagten flüchteten anschließend mit einem Wagen vom Tatort, konnten Ende November 2019 von der Polizei verhaftet werden. Seitdem sitzen sie in U-Haft. Sie sind den Ermittlern keine Unbekannte. Der mutmaßliche Haupttäter fiel etwa wegen Betrügereien auf.

Feindschaft köchelt seit längerem

Der feige Brandanschlag ist der Höhepunkt einer seit längerem köchelnden Feindschaft zwischen den beiden beteiligten Roma-Familien. Zuvor war es am 23. Januar 2019 zu einer Auseinandersetzung zwischen den Angeklagten und den Opfern des Brand-Anschlags gekommen. Mehrere Mitglieder der verfeindeten Familie sollen den Angeklagten Ricardo C. mit einer Machete schwer verletzt haben. Der Angeklagte erlitt dabei eine tiefe Schnittverletzung.

Auslöser der Clan-Fehde soll bereits zuvor nach DER WESTEN-Informationen eine Affäre zwischen einer verheirateten Frau und einem Mann aus der verfeindeten Familie gewesen sein. Auch ein zwischenzeitlicher Richterspruch eines Roma-Richters brachte offenbar letztlich nicht den erhofften Familienfrieden.

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Schwere Vorwürfe gegen Männer

Jetzt müssen sich die beiden Männer der deutschen Justiz stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft Ricardo C. versuchten Mord und versuchte schwere Brandstiftung vor. Sein Schwager muss sich wegen Beihilfe zum versuchten Mord und versuchter schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten.

Zum Prozessauftakt wollten sich die Angeklagten nicht weiter zum Tathergang äußern. Beim nächsten Termin am 26. Mai haben ihre Verteidiger aber eine Einlassung angekündigt. Ein Urteil ist für den 10. Juni geplant. (ms)

 
 

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