NRW: Mann (49) findet ausgerechnet im Corona-Jahr Job – DIESER Umschulung verdankt er alles

NRW: André Priestley (49) ist überglücklich, dass er trotz Corona einen Job gefunden hat.
NRW: André Priestley (49) ist überglücklich, dass er trotz Corona einen Job gefunden hat.
Foto: André Priestley

NRW. Seit dem Ausbruch des Coronavirus' sind zahlreiche Menschen unerwartet arbeitslos geworden oder arbeiten in Kurzarbeit. Wer seitdem eine Arbeit sucht, der hat es schwer. Denn „der Arbeitsmarkt steht stark unter Druck“, wie es im Jahresrückblick 2020 der Bundesagentur für Arbeit heißt.

André Priestley aus Ratingen (NRW) gehörte zu denen, die im Corona-Jahr einen Job suchten. Allerdings gelang es dem 49-Jährigen ausgerechnet in dieser schweren Zeit, eine Stelle zu finden. Dabei verdankt er alles einer Umschulung.

NRW: Mann verdankt Job im Corona-Jahr DIESER Schulung

Er versuchte oft, im Arbeitsleben Fuß zu fassen: Als Briefträger, bei der Bundeswehr und zuletzt als Gärtner. Der gelernte Buchbinder aus Ratingen bei Düsseldorf (NRW) schaffte es aber nie, einen langfristigen Job zu finden. Ihm - ebenso wie seiner Frau Martina - blieb schließlich nichts anderes übrig, als sich 2016 beim Jobcenter arbeitslos zu melden.

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Doch die beiden wollten nicht bloß zu Hause sitzen. André erlitt dann aber ein Zuckerproblem und außerdem machte ihm der Tod seines Vaters zu schaffen. Martina habe ihn dann schließlich motivieren können, wieder nach einem Job zu suchen. Dabei stieß er letztlich auf „Pick Us NRW“ in Düsseldorf. Dort beriet sie Konstantinos Panis, Mitgeschäftsführer der privaten Arbeitsvermittlung, und half ihnen dabei, eine Schulung als Sicherheitskraft bei dem Kooperationspartner „Monatti“ in Hürth zu beginnen.

Das Amt übernahm die Kosten für die Schulung und André und seine Frau waren extrem erleichtert. „Wir haben uns sehr gefreut, es geschafft zu haben“, erzählt er gegenüber DER WESTEN. Denn das Ehepaar habe das Gefühl gehabt, dass sich nun etwas tun werde. Also starteten sie im Mai 2018 die sechsmonatige Schulung.

Bei „Monatti“ absolvierten sie Seminare, unter anderem in der interkulturellen Kommunikation, machten eine Hundeführerausbildung, erlernten den Umgang mit einer Schusswaffe und wurden in der Deeskalation geschult. Den Unterricht führten - teils ehemalige - Polizisten, Mitarbeiter der Bundeswehr sowie Personen aus dem Sicherheitsdienst durch. „Wir wollen die Schüler wieder ins Berufsleben bringen, sodass sie richtig Fuß fassen“, so Konstantinos Panis.

Deshalb würde den Schülern schon vorab ein Job in Aussicht gestellt, den sie nach dem erfolgreichen Abschluss der Schulung antreten könnten. Zudem würden auch Unternehmensvertreter die Schulungen besuchen, wodurch die Schüler Kontakte zu weiteren Arbeitgebern herstellen könnten.

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Das ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW):

  • ist das bevölkerungsreichste Bundesland mit 17.947.221 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • Landeshauptstadt: Düsseldorf
  • größte Stadt: Köln
  • seit 1949 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland
  • Ministerpräsident ist Armin Laschet (CDU), Regierungsparteien sind CDU und FDP

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Durchbruch im Krisen-Jahr

Für André und Martina war das genau der richtige Schritt. „Es war sehr abwechslungsreich und der Erfahrungsaustausch war sehr sehr gut. Wir haben den Unterricht gestaltet nicht die Lehrer“, erzählt der 49-Jährige. Zugleich müsse man aber auch viel Einsatz zeigen, denn es funktioniere nur, wenn man wirklich mitmache, ergänzt er.

Nach dem erfolgreichen Abschluss als „IHK-geprüfte Sicherheitskraft“ waren André und Martina für verschiedene Betriebe tätig. Und schnell merkten sie: „Alles was wir bei der Schulung gelernt haben, konnten wir anwenden.“ Zudem scheue sich der 49-Jährige nun nicht mehr davor, bei einem Streit oder einem Notfall in seinem Wohnviertel, das er selbst als „sozialen Brennpunkt“ beschreibt, einzuschreiten.

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Dennoch wechselten sie mehrmals die Arbeit, was unter anderem an der Bezahlung lag. Dann kam Corona. Doch die nunmehr gelernten Sicherheitskräfte sollten auch zu Zeiten der Pandemie eine Stelle finden – und zwar beim Jobcenter Neuss.

Dort sind sie für die Sicherheit im Gebäude zuständig, begleiten die Besucher zu den Sachbearbeitern und achten darauf, dass jeder die Corona-Regeln einhält. Das Ehepaar steht nun an vorderster Front in der Corona-Zeit, komme damit aber klar. Zwar hätten sie seit Ausbruch der Pandemie auch schon uneinsichtige oder aggressive Besucher erlebt. Doch das sei nun einmal Teil der Arbeit.

Schulung momentan online

Das Ehepaar sei nunmehr sehr zufrieden. Für „Pick Us NRW“ und den Bildungsträger „Monatti“ kommt Corona hingegen äußerst ungelegen. Denn der Präsenzunterricht darf derzeit coronabedingt nicht stattfinden. Doch die Partnerfirmen bieten ihre Schulungen dafür online an. „Wir haben alle Dozenten extra geschult“, erklärt Konstantinos Panis. Währenddessen sind sich auch André und Martina sicher: „Für uns geht es nur bergauf.“

 
 

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