NRW: Olympia-Star mit 50 Kilo Ecstasy und Crystal Meth auf A3 erwischt – nach Hammer-Urteil fließen Tränen

Kleve/NRW: Sprinterin wegen Drogenschmuggels verurteilt
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Kleve. Sie hätte bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften laufen sollen, stattdessen saß Mediea Ghafoor (27) am Montag auf der Anklagebank des Landgerichts Kleve (NRW)

Das Hammer-Urteil: achteinhalb Jahre Gefängnis für die niederländische 400m-Sprinterin. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 27-Jährige im Juni wissentlich mehr als 50 Kilo Drogen im Auto über die Grenze nach Deutschland gebracht hatte. Die Behauptung der Angeklagten, sie habe nichts von den Drogen gewusst, hielt das Gericht für nicht glaubwürdig.

NRW: Olympia-Star Mediea Ghafoor vor Gericht in Kleve

Niemand würde einem Kurier Drogen im Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro überlassen, wenn der nichts davon wisse, sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Ruby in seiner Urteilsbegründung: „Ein solches Risiko geht kein Drogenhändler ein.“

Mit dem Strafmaß lag das Gericht sogar über dem von der Anklage geforderten Strafmaß. Die hatte auf sieben Jahre und sechs Monate Haft plädiert. Ghafoor weinte während des Urteils und schluchzte immer wieder. Das Urteil ist seit dem 15. November rechtskräftig.

NRW: Spitzensportlerin wegen Drogenschmuggels verurteilt

Ghafoor war am 18. Juni von Zollfahndern auf der A3 gestoppt worden. In ihrem Kofferraum entdeckten die Beamten zwei Kilo Crystal und etwa 50 Kilo Ecstasy. Ursprünglich war von 13,19 Kilo Crystal und 43,34 Kilo Ecstasy die Rede gewesen.

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„Aufgrund der Menge ist davon auszugehen, dass es zur gewinnbringenden Veräußerung bestimmt war“, so der Staatsanwalt. Die Staatsanwaltschaft hatte der Sprinterin illegale Einfuhr und Handeltreiben mit Drogen in nicht geringer Menge vorgeworfen.

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Doping gegen Formkrise

Der Rummel in Saal 105 im beschaulichen Landgericht in Kleve (NRW) war entsprechend groß.

Der Prozessauftakt begann mit einem Paukenschlag. Norman Werner, Verteidiger der Angeklagten, verlas eine Erklärung. Demnach ging Ghafoor davon aus, dass sie Dopingmittel in ihrem Kofferraum nach NRW transportierte.

Sprinterin soll sich in Formtief an zwielichtige Gestalten gewandt haben

Die Sprinterin befand sich laut Erklärung in einem Formtief und unter großem Leistungsdruck und soll sich in ihrer Verzweiflung an zwielichtige Gestalten gewandt haben, um selbst leistungssteigernde Mittel zu erhalten. Der Dopingvorgang sollte in Deutschland passieren, da hier die Kontrolldichte geringer ist.

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Leistungssteigernde Mittel waren in Wirklichkeit Drogen

Teil der Bezahlung soll ein Transport von vermeintlich leistungssteigernden Mittel nach Deutschland gewesen sein. Doch die entpuppten sich bei der Zollkontrolle auf der A3 als Ecstasy und Crystal Meth. Sie erklärte den Zollfahndern noch, dass Sportschuhe im Kofferraum seien und sie zum Training nach Düsseldorf fahre. Stattdessen fanden die Zollfahnder jedoch in Koffern, Sporttaschen und Kartons eingeschweißte Drogenpäckchen und knapp 13.000 Bargeld.

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Sprinterin will von Inhalt nichts gewusst haben

„Meine Mandantin hatte vom Inhalt des Kofferraums keine Kenntnis“, so Verteidiger Werner. Sie soll davon ausgegangen sein, dass sie in ihrem Toyota Yaris Doping und keine Drogen transportierte. „Den Transport von Betäubungsmitteln hätte meine Mandantin abgelehnt“, so Werner weiter. Sie habe in einem Café gewartet, während man die Ware in ihren Kofferraum packte.

Leichtathletin soll bedroht worden sein

Wer die Hintermänner des Dopingnetzwerks seien, wollte die Angeklagte aus Angst nicht sagen. „Ihrer Lebenspartnerin, die sich inzwischen von ihr getrennt hat, wurde mit der Entführung der beiden minderjährigen Kinder gedroht“, begründete ihr Anwalt.

Auch wenn das Gericht die Aussage nicht für glaubwürdig hielt, hat Ghafoors Doping-Aussage jetzt auch den niederländischen Leichtathletik-Verband auf den Plan gerufen. Der „Atletiekunie“ hat die nationale Anti-Doping-Agentur um Mithilfe gebeten.

Anti-Doping-Agentur eingeschaltet

Herman Ram, Präsident der Dopingautoriteit, sagte der Tageszeitung AD, er habe direkt Kontakt mit seinen deutschen Kollegen aufgenommen. „Wenn ein Sportler so etwas erklärt, dann gehen bei uns die Alarmglocken los“, sagte Ram: „Es handelt sich um ein Strafverfahren in Deutschland. Wir sind nicht direkt betroffen. Ich hoffe von meinen deutschen Kollegen mehr zu erfahren.“

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400-m-Läuferin nahm an den Olympischen Spielen teil

400m-Sprinterin Ghafoor nahm 2016 an den Olympischen Spielen teil. In diesem Jahr hatte sich mit der niederländischen 4x400-m-Staffel für die Weltmeisterschaft in Doha qualifiziert. (mit dpa)

 
 

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