NRW: Nach Abbruch in Flüchtlingslager trifft Laschet überraschende Entscheidung – die nimmt ihn sichtlich mit

Armin Laschet in Griechenland auf Lesbos.
Armin Laschet in Griechenland auf Lesbos.
Foto: dpa

Sichtlich mitgenommen von seinen Erlebnissen im völlig überfüllten Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos sprach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) von einem „Aufschrei der Verzweifelten.“ Europa müsse nun wach werden und handeln.

Zuvor wurde Laschet bei einem Besuch im Camp Moria belagert. Hunderte riefen „Free Moria“. Viele hielten den CDU-Politiker fälschlicherweise für den „Prime Minister of Germany.“ Die Sicherheitskräfte wurden nervös und rieten den prominenten Politiker dazu, den Besuch abzubrechen. Laschet lenkte ein und führte die eigentlich im Camp Moria geplanten Gespräche mit den „Ärzten ohne Grenzen“ im ruhigeren „Vorzeigecamp“ Kara Tepe.

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Größtes Flüchtlingslager Europas

Ein starkes Aufgebot an Sicherheitskräften schirmte die Flüchtlinge von Laschet ab. Das 2015 auf einer früheren Militäranlage errichtete Aufnahmezentrum ist mit mehr als 14.000 Flüchtlingen das größte Flüchtlingslager Europas und restlos überfüllt.

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Das ist Armin Laschet

  • geboren am 18. Februar 1961 in Aachen
  • seit 2017 Ministerpräsident von NRW
  • Vorsitzender der Landesfraktion der CDU
  • Kandidat für Vorsitz der Bundes-CDU und damit wäre er vermutlich auch Kanzlerkandidat
  • während Corona-Krise drängte Laschet früh auf Lockerungen
  • sprach sich vor deren Einführung gegen die Gleichstellung der homosexuellen Ehe mit der konventionellen Ehe aus

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Vorzeigecamp hat nur ein Zehntel an Flüchtlingen

Anschließend fuhr der NRW-Regierungschef in das Camp Kara Tepe. In dem als „Vorzeigelager“ geltende Camp halten sich etwa 1300 Menschen auf.

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Dieser Besuch lief zunächst ohne Zwischenfälle ab.

Laschet ohne Rückzieher in Flüchtlingscamp – danach ist er sichtlich mitgenommen

Doch dann wollte der Ministerpräsident doch noch mehr Eindrücke vor Ort sammeln. Auf Anfrage von DER WESTEN bestätigte die Staatskanzlei, dass Laschet später in kleiner Delegation mit Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) doch noch die gefährlichen Zeltlager rund um das Kerncamp Moria besucht hat.

Dieses Gebiet wird „Dschungel“ genannt. „Ohne großen Tross“, damit es weniger auffiel, machten sich die Politiker ein Bild von den Elendszuständen dort. Ein gefährlicher Ort: Wie die dpa meldet, kommt es in diesem prekären Umfeld immer wieder zu Schlägereien und Messerstechereien zwischen den Migranten. (dpa/fb)

 
 

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