NRW: „Illegale Fabrik“ von Familienclan hochgenommen – Ermittler gehen jetzt DIESEN Schritt

In NRW fanden die Ermittler 2018 eine illegale Shishafabrik. Jetzt ermittelt die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Düsseldorf. (Symbolbild)
In NRW fanden die Ermittler 2018 eine illegale Shishafabrik. Jetzt ermittelt die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Düsseldorf. (Symbolbild)
Foto: Imago images/Hauptzollamt Essen; Montage: DER WESTEN

Langenfeld. Es war deutschlandweit einer der größten Schläge gegen die illegale Herstellung von Shishatabak!

Eine deutsch-syrische Großfamilie betrieb in Langenfeld (NRW) eine Tabakfabrik im großen Stil. Im Juli 2018 rückte Polizei und Zoll an und nahm die illegale Fabrik hoch. Die Zustände dort: katastrophal!

„Das war hygienisch unterirdisch“, sagte Zollermittlerin Heike Sennewald. In der ehemaligen Metallverarbeitungsfabrik am Stadtrand von Langenfeld (NRW) sollen die Clan-Mitglieder die Tabak-Materialien durch einen Häcksler für Gartenabfälle gejagt haben. Zwischen Sondermüll, Elektrokabeln und Putz habe er dann auf dem Boden gelegen, sei zusammengefegt und zu Tabak verarbeitet worden.

NRW: Schwerpunktstaatsanwaltschaft ermittelt nach Fund von „illegaler Tabak-Fabrik“

2,3 Tonnen illegal hergestellten Wasserpfeifentabak stellten die Ermittler damals sicher. Dazu kamen Vormaterialien, die für die Produktion von 40 Tonnen illegalem Shisha-Tabak gereicht hätten. Auch mehr als 20.000 Euro und mehrere Luxuskarossen, darunter ein Porsche und ein Mercedes, wurden vorübergehend eingezogen.

Seither laufen die Ermittlungen. Wie DER WESTEN aus Ermittlerkreisen erfuhr: inzwischen hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Düsseldorf das Verfahren übernommen.

Da der Verdacht des Steuerhinterziehung im Raum steht, wollte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann unter Verweis auf das Steuergeheimnis keine genauen Angaben zum Verfahren machen.

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Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit das Verfahren gegen zwölf Beschuldigte eröffnet. Sie sollen einer deutsch-syrischen Großfamilie aus Solingen entstammen, die bereits im Ruhrgebiet und Berlin in Erscheinung getreten war, berichtete die „Westdeutschen Zeitung“. Wann ihnen der Prozess gemacht wird, ist noch unklar.

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So lukrativ ist das Geschäft mit dem illegalen Shishatabak

Fest steht: Das Geschäft mit illegalem Shisha-Tabak ist äußerst lukrativ. Voll versteuert kostet ein Kilo im Handel in Deutschland rund 60 Euro.

Bei illegalem Tabak, der hier hergestellt wird, liegen die Produktionskosten laut Zollermittlern bei unter 5 Euro. Ist er professionell verpackt, lässt er sich für 30 Euro verkaufen.

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So kommen die illegalen Hersteller schnell zu einer vier- bis fünffachen Gewinnmarge. „Die Margen liegen inzwischen oft höher als im Bereich des Zigarettenschmuggels. Zum Vergleich: Ein Dealer, der Marihuana in Holland kauft und in Deutschland verkauft, kommt nicht auf eine solche Marge“, erklärte Essens Zollermittlerin Heike Sennewald im DER WESTEN-Interview.

 
 

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