NRW: Nach Schlangen vor McFit – Ärztin trifft vernichtendes Urteil: „Neuer Lockdown in NRW“

Pünktlich um 0.01 Uhr wartete eine Menschenschlange am Montag in Köln-Kalk (NRW) auf dein Einlass ins wiedergeöffnete Fitnessstudio.
Pünktlich um 0.01 Uhr wartete eine Menschenschlange am Montag in Köln-Kalk (NRW) auf dein Einlass ins wiedergeöffnete Fitnessstudio.
Foto: Marius Becker/dpa

Köln. In der Nacht zum Montag öffneten in NRW die Fitnesstudios. Und die Bilder, die dabei bei McFit aus Köln (NRW), entstanden sind, schockieren Ärztin Lisa Galland (29) zutiefst.

Einige Sportler aus NRW konnten es offenbar kaum abwarten, endlich wieder pumpen gehen zu können. Pünktlich zur Öffnung um 0.01 in der Nacht auf Montag stand bereits eine riesige Schlange vor den Türen eines McFit in Köln-Kalk – in den Augen der gebürtigen Kölnerin Galland ein einfach nur verantwortungsloses Verhalten.

NRW: Ärztin äußert Kritik an Öffnungen von Fitnessstudios – „Fünf Schritte auf einmal“

Die HNO-Ärztin hat in der Uniklinik tagtäglich mit Covid-19-Patienten zu tun. Zwar sieht sich die 29-Jährige nicht als Corona-Expertin, doch als Privatperson mit medizinischem Hintergrund bereiten ihr die Öffnungen der Fitnessstudios große Sorgen.

„In NRW machen wir gerade fünf Schritte auf einmal“, kritisiert Galland die zunehmenden Öffnungen in ihrem Heimat-Bundesland gegenüber dem 'Express'. „Wenn wir so weitermachen, wie in dem Video aus dem Kölner McFit um 0.01 Uhr haben wir spätestens im nächsten Monat einen neuen Lockdown in NRW.“

Infektionsherd Fitnessstudio? Ärztin fehlt das Vertrauen

„Natürlich haben die wenigsten Menschen Lust, auf dem Laufband einen Mundschutz zu tragen“, meint Galland. „Aber man produziert sehr viele Aerosole bei sportlicher Betätigung jeglicher Art, die viel ansteckender sind als die normale Atemluft.“ Ihre nüchterne Rechnung: Ein infizierter Sportler steckt im Fitnessstudio locker vier bis fünf Leute an.

Auch die Hoffnung auf Vernunft und Eigenverantwortung der Menschen ist bei der jungen Ärztin nicht sonderlich groß: „Die Regeln im Fitnessstudio basieren auf Vertrauen, doch wenn jemand es so eilig hat, dass er um 0.01 Uhr wieder im Studio trainieren muss, dem vertraue ich nicht.“

Medizinerin Galland will keine Panik verbreiten

Das Argument, dass die durchschnittlich jüngere Kundschaft von Fitnessstudios weniger von Covid-19 betroffen sei als die ältere Risikogruppe, zieht bei Lisa Galland nicht. Sie habe erst am Montag einen 29-jährigen Corona-Patienten an der Herz-Lungen-Maschine auf der Intensivstation gesehen. „Wir wissen noch zu wenig über Langzeitfolgen“, betont sie.

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Lisa Gallands Ziel ist es keinesfalls, unnötige Panik vor Corona zu generieren. „Aber ich habe Sorge, dass hier gerade der nötige Respekt vor einem Virus verloren geht, dass in den letzten Monaten immerhin fast 300.000 Menschen umgebracht hat“, sagt die HNO-Ärztin gegenüber dem Kölner „Express“. (at)

 
 

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