NRW: Mann will Ex und ihre Familie auslöschen – beim Wiedersehen folgt der Paukenschlag

Der Angeklagte Pascal H. nimmt auf der Anklageplatz Bank.
Der Angeklagte Pascal H. nimmt auf der Anklageplatz Bank.
Foto: Metin Gülmen/DER WESTEN

Wenn vermeintliche Liebe Leben kosten kann...

Die Anklage liest sich wie ein Drehbuch eines schlechten Liebesdramas. Seit Freitag wird Pascal H. (25) vor dem Landgericht Kleve (NRW) der Prozess gemacht. Ihm werden versuchter Mord in zwei Fällen, versuchter Totschlag, besonders schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

So sieht eine Zelle der JVA Bochum von innen aus
So sieht eine Zelle der JVA Bochum von innen aus

NRW: Mann soll versucht haben, Ex-Freundin und ihre Familie auszulöschen

Als seine Ex-Freundin Sarah M. (21) Schluss mit Pascal H. gemacht hatte, ist er am 10. März zu ihrem Elternhaus nach Alpen gefahren – laut Staatsanwaltschaft in der Absicht, sie zu „bestrafen“! Er soll es in Kauf genommen haben, notfalls auch die Eltern seiner Ex zu töten. Bei sich hatte er noch zwei Kanister mit jeweils fünf Litern Benzin dabei, um nach der Tat das Wohnhaus in Brand zu setzen. Nur ein glücklicher Umstand verhindert, dass Pascal H. seinen perfiden Plan umsetzen konnte.

Der Angeklagte selbst hat sich zu Prozessbeginn nicht geäußert, hat über seinen Verteidiger erklärt, dass er das nachholen wolle. Als seine Ex-Freundin Sarah M. in den Zeugenstand getreten war, schaut er kurz auf, starrt danach wieder ins Leere. Sarah M. muss immer wieder schluchzen: „Wir haben uns im Mai 2019 kennengelernt, er ist im Juni erstmals wegen Depressionen in die Klinik gekommen, hat Medikamente bekommen.“

Sarah M. vor Gericht: „Es war so schrecklich!“

Sie habe einen Tag vor der Tat am Telefon Schluss gemacht, war aber bereit, ihn nochmal zu treffen, um sich persönlich zu trennen. Als sie seine Sachen bei ihm abholen wollte, habe er desinteressiert reagiert, meinte, er habe keine Zeit für sowas. An den Moment, als es an der Tür ihrer Eltern geklingelt hatte, erinnert sich die Studentin noch genau. Sie vor Gericht: „Wir hatten keine Gäste erwartet und ich hatte direkt kein gutes Bauchgefühl. Meine Mutter ist zur Tür gegangen, sie geöffnet – und dann geschrien. Es war so schrecklich!“

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Das ist die Stadt Kleve:

  • bestand schon 1020 als Grafschaft und wurde 1417 zum Herzogtum erhoben
  • hat rund 52.400 Einwohner (Stadt: Dezember 2019) auf 97 Quadratkilometer Fläche
  • war im 17. Jahrhundert neben Königsberg und Berlin eine der drei brandenburgischen Residenzstädte
  • Sehenswürdigkeiten: Schwanenburg, Museum Schloss Moyland und der Tiergarten
  • Bürgermeisterin ist Sonja Northing (parteilos)

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Sie sei sofort zu ihrer Mutter gelaufen, die mit mindestens vier Messerstichen niedergestreckt am Boden gelegen hatte. Völlig erschrocken hatte sie versucht, Pascal H. aus der Tür schubsen. Die 21-Jährige: „Ich habe nicht mitbekommen, dass er ein Messer hatte, habe meine Arme ausgestreckt und bin auf ihn zugegangen. Auf einmal habe ich Schmerzen gespürt.“ Mindestens drei Messerstiche musste sie erleiden, einer davon war lebensgefährlich. Nur dank einer Not-Operation hat sie überlebt.

„Ich mache euch kalt!“

Sarah M. weiter: „Ich habe geschrien und gesehen, dass mein Papa schon kam. Da ist der Angeklagte rausgegangen, hat noch draußen geschrien: 'Ich mache Euch kalt.' Papa hat die Tür abgeschlossen, mich und Mama in die Küche gebracht und den Rettungsdienst gerufen.“ Nach einem langen Schluchzen fährt sie fort: „Der Angeklagte kam zurück, hat gegen die Tür gehämmert, das habe ich noch aus der Küche gehört.“

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Pascal H. schlägt das Glas der Tür ein, um sie von innen zu öffnen. Das hat nicht geklappt, deshalb habe er Benzin durch das Loch im Haus verteilt und versucht, es mit einem Grillanzünder in Brand zu setzen. Nur weil er schlecht gezielt hatte, hat das Benzin kein Feuer gefangen. Danach ist er über die Terrasse der Nachbarn gelaufen, um von dort ins Wohnhaus einzudringen. Dort konnte er von eintreffenden Polizisten gestellt und festgenommen werden.

Angeklagter entschuldigt sich vor Gericht bei seiner Ex

Als Sarah M. aus dem Zeugenstand entlassen wird, fragt der Angeklagte plötzlich: „Darf ich etwas zu ihr sagen?“ Das gestattet der Richter – um dann zu hören, wie er zu seiner Ex-Freundin sagt: „Ich möchte mich vielmals bei dir und deinen Eltern entschuldigen. Ich hoffe, dass ihr so schnell es geht eure Verletzungen auskurieren werdet und ihr euch erholt.“

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Der Prozess wird fortgesetzt.

 
 

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