NRW: Erzieherin soll Kita-Kind Greta erstickt haben – Staatsanwaltschaft geht aufs Ganze

Foto: Metin Gülmen/DER WESTEN

Es sind unvorstellbare Qualen, die die Mutter der kleinen Greta durchleiden muss.

Seit Dienstag steht Sandra M. (25) wegen Mordes vor dem Landgericht Mönchengladbach (NRW). M. soll das dreijährige Kita-Kind Greta am 21. April 2020 in Viersen (NRW) getötet haben. Während des Mittagsschlafs. Als Greta Sandra M. anvertraut worden ist. In der Kita – einem Ort, wo sich Eltern sicher sind, dass ihr Kind geschützt ist.

NRW: Erzieherin Sandra M. soll Kita-Kind Greta erstickt haben

Staatsanwalt Stefan Lingens liest aus der Anklageschrift unfassbare Details der Tat vor: „Während des Mittagsschlafes in der Kita drückte sie dem Mädchen den Brustkorb bis zum Atemstillstand zusammen.“ Die kleine Greta ist zunächst zwar vom Notarzt reanimiert worden. Doch die Wirkung der Horror-Tat hat so schwer gewogen, dass das Kind einige Tage später verstorben ist.

Der Todestag von Greta war für Sandra M. auch der letzte Tag in der Kita, sie hatte schon vorher die Kündigung erhalten. Kollegen und Vorgesetzte haben angegeben, dass M. eine schlechte Erzieherin sei: Gegenüber Kindern würde sie sich gefühllos verhalten haben. M. soll von 2017 an weitere Kinder in neun Fällen schwer misshandelt und in Lebensgefahr gebracht haben.

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Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag:

  • Totschlag ist laut deutschem Strafrecht die vorsätzliche Tötung eines Menschen, die NICHT die Merkmale für Mord erfüllen
  • Mordmerkmale: Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs, Habgier, Heimtücke, Grausamkeit, Einsatz eines gemeingefährlichen Mittels, Ermöglichungsabsicht (um Straftaten begehen zu können), Verdeckungsabsicht (um Straftaten zu verdecken)
  • Freiheitsstrafe bei Totschlag: 5-15 Jahre
  • Freiheitsstrafe bei Mord: bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld lebenslänglich, bei verminderter Schuldfähigkeit oder Kronzeugenregelung weniger

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Erst soll sie die Kinder misshandelt, dann Kollegen alarmiert haben

Ihr perfides Vorgehen laut Staatsanwaltschaft: Erst hat sie den Kindern den Brustkorb so stark gequetscht, dass diese abrupt in Todesgefahr geraten sind. Dann hatte M. ihre Kollegen jeweils auf den Zustand des Kindes aufmerksam gemacht, so den Rettungsweg eingeleitet. Glücklicherweise ist immer das jeweilige Kind noch gerettet worden. Nur Greta nicht.

Warum M. diese Taten begangen hat, ist völlig unklar. Sie hat bislang geschwiegen, ihre Verteidiger haben für den nächsten Prozesstag am Donnerstag eine Erklärung angekündigt. Nach Verlesung der Anklage ist die erste Sitzung schon beendet worden.

Anwältin von Gretas Mutter: „Sie lebt nicht, sie existiert“

Nebenklägerin im Prozess ist Gretas Mutter. Ihre Anwältin Marie Lingnau erklärt: „Meine Mandantin sagt, sie lebt nicht, sie existiert. Greta hat zwei Brüder, die ihre Mama jetzt noch mehr brauchen. Greta war ein fröhliches, lebenslustiges Kind, das unheimlich gerne in die Kita gegangen ist. Ihre Mama erhofft sich vom Prozess eine Erklärung, warum sie an dem Ort, an dem sie so besonders beschützt war, sterben musste.“

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Staatsanwaltschaft geht aufs Ganze

Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, die Anklage auf heimtückischen Mord zu belassen. Staatsanwalt Stefan Lingens: „Wir werfen ihr Mord durch Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Das Kind, auch wenn es erst knapp drei Jahre alt war, war durchaus schon argwohnfähig. Das führt dazu, dass man von einem heimtückischen Vergehen sprechen kann – gegen ein arg- und wehrloses Opfer. Das Kind ist in der Lage gewesen, Zutrauen zu haben. Das hat die Angeklagte ausgenutzt und es im Schlaf überrascht.“

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Bei einer Verurteilung droht Sandra M. eine Haftstrafe für den Rest ihres Lebens.

 
 

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